Entwurf des Maschinenbauamts zu einer Dampfheizungs- und Lüftungsanlage für den kleinen Festhallensaal und dessen Nebenräume, 24. Januar 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/H-Reg/P 24.

Maschinenbauamt

Das im April 1905 gegründete Städtische Maschinenbauamt war zunächst für die Maschinenanlagen im Rheinhafen, im Städtischen Schlacht- und Viehhof, im Städtischen Krankenhaus, im Vierordtbad, die städtischen Dampfwalzen und Feuerspritzen, die Heizungsanlagen in städtischen Gebäuden sowie für weitere gegebenenfalls vom Stadtrat zuzuweisende Maschinenanlagen zuständig. Die Gründung ist also eine Folge des im Zuge der Industrialisierung einsetzenden enormen Wachstums der Stadt und des Aufbaus einer kommunalen Daseinsvorsorge. Der vormalige Betriebsdirektor des städtischen Gaswerks Otto Helck wurde mit der Dienstbezeichnung Stadtbaurat erster Direktor des neuen Amtes.

1928 unterstand das Maschinenbauamt der Direktion des Gas-, Wasser- und Elektrizitätsamts und war vor allem für die städtischen Heizungsanlagen und die Überwachung der technischen Einrichtungen im Schlachthof, im Krankenhaus, im Kinderheim und im Krematorium zuständig. Es befand sich mit dem städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätsamt in der Kaiserallee 11, heute Sandkorn-Theater. Am 1. Oktober 1931 wurde das Maschinenbauamt aufgelöst, die Aufgaben übernahm die Maschinentechnische Abteilung des Gaswerks.

Zum 1. März 1938 wurden das Gas-, Wasser- und Elektrizitätsamt und das Städtische Straßenbahnamt zu den Stadtwerken fusioniert, die maschinentechnische Abteilung blieb dort und war nun nur noch für das neue städtische Wirtschaftsunternehmen zuständig. Die maschinentechnischen Aufgaben innerhalb der Stadtverwaltung übernahm ein beim Hochbauamt angesiedeltes neues Maschinenamt mit folgenden Aufgaben: Überwachung und Unterhaltung der technischen Einrichtungen im Krankenhaus, Kinderkrankenhaus, Kinderheim, Kindersolbad Donaueschingen, Vierordtbad, Friedrichsbad, Rheinstrandbad Rappenwört, Festhalle, Konzerthaus und in den städtischen Mühlen, ferner die Überwachung und Unterhaltung der stadteigenen Brückenwaagen, Aufzüge und der Autos und Fahrräder der städtischen Werke.

1944 war das Maschinenbauamt den Städtischen Bädern angegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es kein zentrales, für den städtischen Maschinenpark im Ganzen zuständiges Amt mehr.

Ernst Otto Bräunche 2016

Quellen

Verwaltungsberichte der Landeshauptstadt Karlsruhe 1928-1938, Karlsruhe 1929 ff., http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/titleinfo/3344037 (Zugriff am 5. August 2016); StadtAK 1/POA 2/734.