Bahnhofstraße 16 im ursprünglichen Zustand, um 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIVe 318.
Anfang an der Karlstraße, Foto: Roland Feitenhansl 2015.
Höhe Beiertheimer Allee mit Nr. 16 links, Foto: Roland Feitenhansl 2015.
Höhe Schnetzlerstraße, Foto: Roland Feitenhansl 2015.

Bahnhofstraße

Die Bahnhofstraße beginnt in der Südweststadt an der Karlstraße und führt über die Beiertheimer Allee, den Tiergartenweg, die Gutschstraße und die Schnetzlerstraße zum Bahnhofplatz. Auf ihrer Ostseite befindet sich der Stadtgarten mit dem Zoo.

Die Straße wurde 1929 nach dem 1913 eingeweihten neuen Hauptbahnhof benannt. Er wurde vom alten Standort an der Kriegsstraße nach Süden verlegt, weil er durch seinen ständig zunehmenden Verkehr für die sich nach Süden ausbreitende Stadt zum Hindernis geworden war. Zu Beginn hieß die Straße Neue Bahnhofstraße (1912) in Abgrenzung zur gleichnamigen Straße am alten Hauptbahnhof, dann für ein Jahr Bahnhofstraße (1927) und für ein weiteres Jahr Reichsstraße (1928).

Anders als in vielen Fällen üblich, beginnt die Zählung an dem vom Bahnhof abgewandten Ende. Hier liegt auch der älteste Abschnitt der Straße, der ursprünglich Bestandteil der Kurvenstraße (heute Jollystraße) war, welche die Verbindungskurve der ersten Eisenbahnstrecken durch die Stadt Richtung Ettlingen bzw. Rhein begleitete. Sobald diese Kurve aufgegeben war (1895), begann auf der Südseite die Bebauung mit großbürgerlichen Wohnhäusern bis zur Beiertheimer Allee durch Friedrich Benzinger, Gustav Ziegler und Hugo Slevogt (Nr. 10, 12, 14 und 16). 1926 kam ein Doppelwohnhaus in Form einer Dreiflügelanlage von Hermann Reinhard Alker hinzu (Nr. 6-8). Die Nordseite wurde erst nach 1945 bebaut, unter anderem mit dem Hotel Eden (Nr. 15-19).

Die eigentliche Neuanlage der Bahnhofstraße erfolgte ab der Beiertheimer Allee nach einem leichten Schwung direkt nach Süden zum Bahnhofplatz. Dieser Bereich der Bahnhofstraße wurde nur einseitig bebaut. Während die Westseite bis zur Schnetzlerstraße 1931 eine durchgehende viergeschossige Blockrandbebauung mit Wohnhäusern von Fritz Rössler, Hermann Loesch und Karl Vielhauer erhielt (Nr. 20-44), blieb die gesamte Ostseite dem Stadtgarten vorbehalten. Hier finden der Nancybrunnen, 1962 von dem Bildhauer Grancolas errichtet, und auf der Höhe der Schnetzlerstraße das Karl-Schnetzler-Denkmal von Wilhelm Vittali und Carl Egler (1913/1952) zu Ehren des früheren Karlsruher Oberbürgermeisters Beachtung, in dessen Amtszeit die Abstimmung zur Verlegung des Hauptbahnhofs fiel. Vittali erbaute auch 1913 das Eckgebäude zur Schnetzlerstraße (Nr. 46) sowie 1915 das Eckgebäude zum Bahnhofplatz (Nr. 54). Das 1955 erbaute Hochhaus der Karlsruher Versicherung gegenüber dem Tiergartenweg besitzt eine eigene Adresse am Friedrich-Scholl-Platz.

Roland Feitenhansl 2015

Literatur

Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1989, 2. Aufl. (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7) https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmmY1PdXpuoNV/Denkm%C3%A4ler%20Brunnen%20und%20Freiplastiken%20in%20Karlsruhe%201715-1945.pdf (Zugriff am 23. Dezember 2020); Klaus Lindemann: 75 Jahre Hauptbahnhof Karlsruhe, Karlsruhe 1988; Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Jochen Karl Mehldau: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 210 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).