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De:Lexikon:bio-0499: Unterschied zwischen den Versionen

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Max Breunig gehörte darüber hinaus auch zur KFV-<lex id="ereig-0028">Leichtathletik</lex>abteilung mit Erfolgen in den Wurfdisziplinen, im Speer-, Diskus- und Schleuderballwerfen sowie im Kugelstoßen.
Max Breunig gehörte darüber hinaus auch zur KFV-<lex id="ereig-0028">Leichtathletik</lex>abteilung mit Erfolgen in den Wurfdisziplinen, im Speer-, Diskus- und Schleuderballwerfen sowie im Kugelstoßen.


Im <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> erlitt er eine Verwundung, die letztlich das Ende seiner Fußballerkarriere bedeutete, nachdem er 1918/19 noch einmal kurz für den KFV gespielt hatte. Dem Fußball blieb er aber verbunden, 1919 bis 1921 trainierte er den FC Pforzheim, 1921 wurde er Ehrenspielführer und Trainer des KFV. Er führte den Verein zur Kreismeisterschaft, ehe er 1922 zum FC Basel wechselte. 1924 ging er zu 1860 München, wo er bis 1928 und wieder von 1930 bis 1934 als Trainer tätig war. 1938 wurde Breunig von Wacker München. Auch während (1941-1943) und nach dem <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkrieg</lex> (1946-1948) übernahm Breunig noch einmal das Training der KFV-Oberligamannschaft.1943 bis 1945 arbeitete er bei den Stadtwerken Karlsruhe. Unmittelbar nach dem Krieg trainierte er bis Juni 1946 für ein Jahr den Lokalrivalen FC Phönix.
Im <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> erlitt er eine Verwundung, die letztlich das Ende seiner Fußballerkarriere bedeutete, nachdem er 1918/19 noch einmal kurz für den KFV gespielt hatte. Dem Fußball blieb er aber verbunden, 1919 bis 1921 trainierte er den FC Pforzheim, 1921 wurde er Ehrenspielführer und Trainer des KFV. Er führte den Verein zur Kreismeisterschaft, ehe er 1922 zum FC Basel wechselte. 1924 ging er zu 1860 München, wo er bis 1928 und wieder von 1930 bis 1934 als Trainer tätig war. Danach trainierte er kurz den FC Pforzheim, 1935 bis 1937 folgte eine Trainerstation beim VFR Mannheim, 1937/1938 wurde Breunig Trainer von Wacker München. Danach zog er nach Würzburg, von wo aus er 1941 nach Karlsruhe zurückkam, um wieder den KFV bis 1943 und nach dem <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkrieg</lex> von 1946 bis 1948 zu trainieren. 1943 bis 1945 arbeitete er bei den Stadtwerken Karlsruhe. Unmittelbar nach dem Krieg trainierte er bis Juni 1946 für ein Jahr den FC Phönix.

Breunig musste sich nach dem Krieg einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen, da er im Mai 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei <lex id="ins-0324">NSDAP</lex> geworden war. Außerdem wurde er 1933 noch Mitglied des NS-Lehrerbundes, 1934 der Deutschen Arbeitsfront (DAF), 1935 der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> und 1940 des ND-Flieger-Korps (NSFK). Nachdem zunächst die Einstufung als Belasteter beantragt war, stufte ihn die Spruchkammer letztlich als Mitläufer ein. Breunig gab an, dass er 1933 gezwungen gewesen sei, Parteimitglied zu werden, da er sonst seine Anstellung als Trainer von 1860 München verloren hätte, und dass er nie im Sinne der NS-Ideologie aufgetreten sei. Entscheidend für das Urteil war wohl, dass er prominente Entlastungszeugen hatte, die dies bestätigten, darunter der langjährige Parteisekretär des <lex id="ins-0339">Zentrums</lex> und aktuelle Herausgeber der <lex id="ins-1145">Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)</lex> <lex id="bio-0031">Wilhelm Baur</lex>.
Breunig musste sich nach dem Krieg einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen, da er im Mai 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei <lex id="ins-0324">NSDAP</lex> geworden war. Außerdem wurde er 1933 noch Mitglied des NS-Lehrerbundes, 1934 der Deutschen Arbeitsfront (DAF), 1935 der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> und 1940 des NS-Flieger-Korps (NSFK). Nachdem zunächst die Einstufung als Belasteter beantragt war, stufte ihn die Spruchkammer letztlich als Mitläufer ein. Breunig gab an, dass er 1933 gezwungen gewesen sei, Parteimitglied zu werden, da er sonst seine Anstellung als Trainer von 1860 München verloren hätte, und dass er nie im Sinne der NS-Ideologie aufgetreten sei. Tatsächlich war Breunigs Vertrag bei 1860 München im April 1993 um ein weiteres Jahr verlängert worden. Entscheidend für das Urteil war wohl, dass er prominente Entlastungszeugen hatte, die dies bestätigten, darunter der langjährige Parteisekretär des <lex id="ins-0339">Zentrums</lex> und aktuelle Herausgeber der <lex id="ins-1145">Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)</lex> <lex id="bio-0031">Wilhelm Baur</lex>.


Verheiratet war der Bankkaufmann und Fußballlehrer Max Breunig mit Emma Bosch, der Schwester seines 1916 gefallenen Mitspielers <lex id="bio-0839">Hermann Bosch</lex>.
Verheiratet war der Bankkaufmann und Fußballlehrer Max Breunig mit Emma Bosch, der Schwester seines 1916 gefallenen Mitspielers <lex id="bio-0839">Hermann Bosch</lex>.

Version vom 26. August 2025, 18:59 Uhr


Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.

Max Breunig

Fußballnationalspieler, Bankkaufmann, * 12. November 1888 Stein, † 4. Juli 1961 Pforzheim, ∞ 1925 Emma Bosch.

Max Breunig war 1910 der Kapitän und Torschütze der Meistermannschaft des Karlsruher Fußballvereins (KFV). In der Nationalmannschaft schoss er allerdings in neun Spielen nur ein Tor. Der wegen seines strammen Torschusses gefürchtete Mittelläufer wuchs in Karlsruhe nahe dem Engländerplatz auf, sein Vater war Hausmeister der benachbarten Baugewerkeschule. Zunächst schloss er sich einer Jugendmannschaft des FC Phönix Karlsruhe an, ehe er zum KFV wechselte, zu dessen erster Mannschaft er seit 1905 zählte. Im Jahr 1913 wechselte Breunig zum 1. FC Pforzheim.

Max Breunig gehörte darüber hinaus auch zur KFV-Leichtathletikabteilung mit Erfolgen in den Wurfdisziplinen, im Speer-, Diskus- und Schleuderballwerfen sowie im Kugelstoßen.

Im Ersten Weltkrieg erlitt er eine Verwundung, die letztlich das Ende seiner Fußballerkarriere bedeutete, nachdem er 1918/19 noch einmal kurz für den KFV gespielt hatte. Dem Fußball blieb er aber verbunden, 1919 bis 1921 trainierte er den FC Pforzheim, 1921 wurde er Ehrenspielführer und Trainer des KFV. Er führte den Verein zur Kreismeisterschaft, ehe er 1922 zum FC Basel wechselte. 1924 ging er zu 1860 München, wo er bis 1928 und wieder von 1930 bis 1934 als Trainer tätig war. Danach trainierte er kurz den FC Pforzheim, 1935 bis 1937 folgte eine Trainerstation beim VFR Mannheim, 1937/1938 wurde Breunig Trainer von Wacker München. Danach zog er nach Würzburg, von wo aus er 1941 nach Karlsruhe zurückkam, um wieder den KFV bis 1943 und nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1948 zu trainieren. 1943 bis 1945 arbeitete er bei den Stadtwerken Karlsruhe. Unmittelbar nach dem Krieg trainierte er bis Juni 1946 für ein Jahr den FC Phönix.

Breunig musste sich nach dem Krieg einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen, da er im Mai 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP geworden war. Außerdem wurde er 1933 noch Mitglied des NS-Lehrerbundes, 1934 der Deutschen Arbeitsfront (DAF), 1935 der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) und 1940 des NS-Flieger-Korps (NSFK). Nachdem zunächst die Einstufung als Belasteter beantragt war, stufte ihn die Spruchkammer letztlich als Mitläufer ein. Breunig gab an, dass er 1933 gezwungen gewesen sei, Parteimitglied zu werden, da er sonst seine Anstellung als Trainer von 1860 München verloren hätte, und dass er nie im Sinne der NS-Ideologie aufgetreten sei. Tatsächlich war Breunigs Vertrag bei 1860 München im April 1993 um ein weiteres Jahr verlängert worden. Entscheidend für das Urteil war wohl, dass er prominente Entlastungszeugen hatte, die dies bestätigten, darunter der langjährige Parteisekretär des Zentrums und aktuelle Herausgeber der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) Wilhelm Baur.

Verheiratet war der Bankkaufmann und Fußballlehrer Max Breunig mit Emma Bosch, der Schwester seines 1916 gefallenen Mitspielers Hermann Bosch.


Ernst Otto Bräunche 2011/2016

Quellen

GLA 465h 8788; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 26. August 2025).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Ernst Otto Bräunche und Volker Steck (Hrsg.): Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 185 f. (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).