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Künstlerkneipe zur Krone

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Künstlerkneipe zur Krone

Die Krone geht auf ein Gasthaus in Daxlanden zurück, dessen Schildgerechigkeit bereits 1740 erteilt wurde, aber das nach wenigen Jahren wieder schloss. Das heutige Gebäude in der Pfarrstraße 18 entstand wohl erst im frühen 19. Jahrhundert und wurde 1859 von dem Huf- und Wagenschmid Markus Schwall erworben, der die Krone dort neu eröffnete. Das Gasthaus blieb danach fast 140 Jahre in Familienbesitz.

Um 1900 zog Daxlanden wegen der idyllischen Rheinauen die Professoren und Studenten der Karlsruher Kunstakademie magisch an. Sie übten sich dort in der Freilichtmalerei, waren aber auch geselligen Veranstaltungen nicht abgeneigt. Das Gasthaus zur Krone wurde so zum Treffpunkt der Karlsruher Künstlerschaft. Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Ludwig Dill, Caspar Ritter, Gustav Schönleber und andere kehrten hier ein. Später gehörten hier auch die Egler-Brüder dazu: der Bildhauer Carl, der Maler Willi und der Dichter Ludwig Egler. Die Malerin Martha Kropp quartierte sich oft wochenlang in Daxlanden ein, um hier zu malen. Der Kronenwirt erhielt für manche Mahlzeit ein Kunstwerk als Bezahlung und stattete damit die Wirtsräume aus. Die übrige heute noch vorhandene Inneneinrichtung war dem Maler und Hochschullehrer Wilhelm August Volz zu verdanken, der die Räume im Stil "altdeutscher Bauernstuben" mit Barockschränken, Kachelöfen, Ofenplatten und Jagdstücken ausstattete. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurden Postkarten angefertigt, die diese Einrichtung zeigen. Volz war im Übrigen auch an der Ausstattung der Oberländer Weinstube in der Karlsruher Akademiestraße mit einem Deckengemälde beteiligt. Sein Wirken ist außerdem für überregionale Projekte wie etwa das Parkhotel Laurin in Bozen/Südtirol belegt.

Mit den Malern Leo Faller, August und Reinhard Kutterer sowie Otto Laible lebten einige Künstler im Ort selbst, die an der geselligen Runde in der Krone teilnahmen und den Ruf von Daxlanden als Künstlerdorf noch bis in die Nachkriegszeit tragen sollten. Von 1948 bis 1964 besuchten aber auch viele prominente Gäste aus der Filmbranche die Künstlerkneipe, die für die Bambiverleihung nach Karlsruhe gekommen waren, zumal der Wirt Hugo Schwall mittlerweile mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden war. Später bewirtete die Künstlerkneipe zuweilen auch die am Bundesgerichtshof und am Bundesverfassungsgericht tätigen Richter.

Nach mehreren Besitzerwechseln fanden sich jüngst neue Pächter, die die Tradition des unter Denkmalschutz stehenden Wirtshauses, das sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, bis heute erfolgreich fortführen.

Peter Pretsch 2024

Quellen

Stadt Karlsruhe, Datenbank der Kulturdenkmale: Pfarrstr. 18, https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/detail.php?id=00152; Homepage der Künstlerkneipe (mit Historie), https://www.kuenstlerkneipe.com/#content (Zugriff jeweils am 1. August 2024).

Literatur

Erich Höll/Hans Frey: Die Gastwirtschaften in Geschichte und Gegenwart, Peter Pretsch: Künstler in Daxlanden, in: Daxlanden. Die Ortsgeschichte, hrsg. v. Bürgerverein Daxlanden durch Werner Burkart und andere, Redaktion Manfred Koch, Karlsruhe 2007, S. 397-409 und S. 410-424.