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Ernst Karth


Ernst Karth

Ernst Karth, um 1930, Generallandesarchiv Karlsruhe 235-1, Nr. 10147.
Ernst Karth, um 1930, Generallandesarchiv Karlsruhe 235-1, Nr. 10147.

Fußballspieler, Gewerbelehrer, * 8. August 1890 Hausen/Lkr. Lörrach, † 3. Mai 1958 Hamburg, ev., ∞ 23. Juni 1923 Magdalena Kruse.

Ernst Karth gehörte zu der Mannschaft des FC Phönix Karlsruhe, die 1909 die Deutsche Fußballmeisterschaft gewann. Bereits als Schüler war Karth 1903 zu dem Verein gestoßen, für den er bei Leichtathletikveranstaltungen im Hochsprung antrat und zu dessen erster Fußballmannschaft er seit 1904 gehörte. Für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft erhielt der Abwehrspieler, der wegen seiner kräftigen Statur auch "Das Massiv" genannt wurde, 15 Jahre später 1924 die Ehrenmitgliedschaft. 1928 bekam er für 25-jährige Vereinszugehörigkeit die silberne Ehrennadel. Karth spielte in den 1920er-Jahren noch mit anderen Spielern der Meistermannschaft bei den Alten Herren des FC Phönix. Als sein Mitspieler Karl Wegele 1932 den Vereinsvorsitz übernahm, wurde er im Vorstand für den Spielausschuss A zuständig.

Der aus Südbaden stammende Gewerbelehrer Ernst Karth, Sohn des kaufmännischen Sachverständigen und Mitinhabers der Firma Nagel & Kurth Xaver Karth, Büro für kaufmännische Beratung und Treuhandgeschäfte, kam mit seinen Eltern 1899 nach Karlsruhe und besuchte hier zunächst die Leopoldschule, dann bis 1907 die Oberrealschule. Nach sieben Monaten praktischer Arbeit begann er zu Ostern 1908 an der Baugewerkschule eine Ausbildung zum Gewerbelehrer. Ein Jahr später bestand er die Vorprüfung zum Gewerbelehrer, um danach eineinhalb Jahre weitere Praktika zu absolvieren.

1911 kehrte er an die Baugewerkeschule zurück, die er 1913 nach dem 7. Semester im Frühjahr verließ. Nach Stationen als Gewerbelehreraspirant in Waldkirch, Achern und Schopfheim im Sommer 1913 und der Prüfung zum Gewerbelehrer trat er Anfang November 1913 seine erste Stelle an der Gewerbeschule Mannheim an. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Kriegsfreiwilliger im Leibgrenadierregiment 109 teilnahm und in dem er mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse, mit dem Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern vom Zähringer Löwenorden, dem Verwundetenabzeichen in schwarz und dem Ehrenkreuz ausgezeichnet wurde, wechselte er nach seiner Beförderung zum Gewerbelehrer im Juni 1918 nach Karlsruhe. An der Karlsruher Gewerbeschule blieb er bis zu seiner Pensionierung, zuletzt als Oberstudienrat, die Prüfung für das Höhere Lehramt hatte er 1930 bestanden.

Am 1. Januar 1934 trat Ernst Karth der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), am 12. April 1934 der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) bei, 1934 bis 1935 gehörte er dem SA-Landsturm an, im Dezember 1938 wurde er Mitglied im NS-Opferring. Bereits 1993 war er Mitglied des NS-Lehrerbundes und des Reichsbunds für Leibesübungen geworden. Kurz vor Kriegsende wurde er noch zum Landsturm einberufen und von französischen Soldaten gefangen genommen. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im November 1945 wurde das eingeleitete Entnazifizierungsverfahren mit der Zahlung einer Sühnestrafe am 5. November 1947 eingestellt, da er kein aktiver Nationalsozialist ohne Parteiämter gewesen sei, wofür er etliche Entlastungszeugen benannt hatte.

Ernst Otto Bräunche 2025

Quellen

GLA 235-1/10147 und 465h/11378; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 17. November 2025).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 190-198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).