Adolf Schroedter um 1870/73, Städtische Galerie Karlsruhe.

Heinrich Ludwig Adolf Schroedter

Maler, Grafiker, * 28. Juni 1805 Schwedt a. d. Oder/Lkr. Uckermark, † 9. Dezember 1875 Karlsruhe, ev., ∞ 1840 Alwine Heuser, 2 Söhne, 2 Töchter.

Ab 1820 absolvierte Schrödter, der Sohn eines Kupferstechers, an der Berliner Kupferstecherschule eine Ausbildung in den druckgrafischen Techniken Kupferstich, Radierung und Lithografie. 1829 setzte er seine Studien an der Düsseldorfer Kunstakademie fort, wo er Carl Friedrich Lessing und Johann Wilhelm Schirmer, beide Schüler der Akademie, kennenlernte. Als Schüler Wilhelm von Schadows setzte er sich hier vor allem mit der Malerei auseinander. Obwohl seine Genreszenen und literarischen Figuren bei Kunstkritik und Publikum auf positive Resonanz stießen, blieb sein eigentliches Metier die Grafik. Darin konnte er seiner Fantasie freien Lauf lassen und minutiös ausgearbeitete Arabesken kreieren, die einer Vielzahl humorvoll in Szene gesetzter Figurengruppen den eigentlichen Handlungsraum boten. 1848 aus finanziellen Gründen nach Frankfurt verzogen, wo ein Onkel seiner Frau eine Buchhandlung und einen Verlag führte, fertigte Schroedter auch eine Reihe politischer Blätter an, darunter die karikierenden Darstellungen des Abgeordneten Piepmeyer.

Da sich die wirtschaftliche Lage in Frankfurt nicht wesentlich verbesserte, kehrte er im Herbst 1854 nach Düsseldorf zurück. Schirmer, der von Prinzregent Friedrich I. zur Gründung einer Kunstschule nach Karlsruhe berufen worden war, schlug Schroedter 1854 als Professor für Genremalerei für das neue Institut vor, hatte aber keinen Erfolg. Für das Friedrich-und-Luisen-Album anlässlich der Vermählung von Großherzog Friedrich I. mit Prinzessin Luise von Preußen 1856 fertigte Schroedter mit seiner Frau Alwine die aquarellierte Illustration von Ludwig Uhlands Brautgesang an.

Im Frühsommer 1859 wurde er als Professor für Ornamentik und Freihandzeichnen an das Polytechnikum in Karlsruhe berufen. Sowohl über Schirmer als auch seinen Schwager Lessing, seit 1858 Direktor der Kunsthalle Karlsruhe, fand Schroedter schnell Anschluss an hiesige Künstler und Dichter wie Hans Fredrik Gude und Viktor von Scheffel. 1869 wurde er mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen ausgezeichnet. 1870-1872 ließ sich Schroedter in der Mühlburger Allee 3 (heute Ecke Moltke-/Wörthstraße) das so genannte Waldhaus erbauen. Seit 1869 litt er unter gesundheitlichen Beschwerden, weswegen er 1873 sein Lehramt niederlegte. Das Kupferstichkabinett der Kunsthalle Karlsruhe bewahrt eine Reihe seiner Zeichnungen und Aquarelle.

Katja Förster 2014

Werk

Schule der Aquarell-Malerei mit besonderer Beziehung auf Blumen, Ornamentik und Initialen; vorzüglich dem Selbstunterrichte der Damen gewidmet, hrsg. von Adolf Schrödter unter Mitwirkung von Alwine Schrödter und Angelica Woringen, Bremen 1871.

Literatur

Adolf Schroedter, in: Badische Biographien, Bd. 3, hrsg. von Friedrich von Weech, Karlsruhe 1881, S. 145-149; Max Georg Zimmermann: Schroedter, Adolph, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB) 32 (1891), S. 545-548; Adolph Schroedter. Humor und Poesie im Biedermeier, hrsg. von der Städtischen Galerie Karlsruhe, Karlsruhe 2009.