Die Heinrich-Meidinger-Schule im November 1978, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A36/179/5/4.

Heinrich-Meidinger-Schule - Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik

Die Anfänge der seit 1977 nach dem ersten Vorstand der ehemaligen Großherzoglichen Landesgewerbehalle Heinrich Meidinger benannten gewerblichen Schule liegen im Jahr 1909. Damals wurde an der im Zirkel 22 beheimateten Gewerbeschule die Süddeutsche Fachschule für Blechner und Installateure gegründet, die in viermonatigen ganztägigen Fachkursen (Ganztagsunterricht) Gesellen zu Meistern ausbildete. Bis 1914 verließen 179 Meister die Fachschule. Während des Ersten Weltkriegs konnte die Fachschule wie alle anderen Aus-, Fort- und Weiterbildungszweige der Gewerbeschule nur sehr eingeschränkt den Unterricht fortsetzen.

Aufgrund der von Willy Hellpach und Engelbert Bohn geschaffenen und am 18. April 1925 in Kraft getretenen Badischen Fachschulverordnung wurde die Süddeutsche Fachschule für Blechner und Installateure zu einer Höheren Gewerbeschule. Als die rund 4.500 Auszubildende umfassende Gewerbeschule 1927/28 in drei separate Schulen geteilt wurde, kam die Fachschule zur Gewerbeschule I (heute Heinrich-Hübsch-Schule), deren Schwerpunkte auf Bautechnik und Bauhandwerk lagen. 1936 erhielt auch die Heizungstechnik an der Blechner- und Installateur-Fachschule ihre eigene Fachrichtung. Die Höhere Gewerbeschule firmierte seitdem als Meisterschule für das Blechner-, Installateur- und Zentralheizungsbauerhandwerk. Zwischen 1919 und 1944/45 absolvierten 815 Fachschüler eine Meisterausbildung.

Nach der Wiederaufnahme des gewerblichen Unterrichts 1946 und der fachspezifischen Neuordnung innerhalb der vier Gewerbeschulen – seit der Eingemeindung von Durlach 1938 wurde die dortige Gewerbeschule den drei Karlsruher Schulen zugerechnet – entwickelte sich ab 1950 die spätere Heinrich-Meidinger-Schule zu den beiden Fachschulen für Installationstechnik und Heizungstechnik. 1955 bezog der seit 1953 als Bundesfachschule für das Installateur-, Klempner-, Kupferschmiede- und Zentralheizungsbauerhandwerk firmierende Lehrbetrieb das wiederaufgebaute ehemalige Schulhaus der Karl-Wilhelm-Schule und Freiligrath-Schule am Durlacher Tor, in dem die Heinrich-Meidinger-Schule sich noch heute befindet.

1959 wurde die Bundesfachschule von der Gewerbeschule getrennt und als eigenständige Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik weitergeführt. Mit der Angliederung der Berufsschule für Gas- und Wasserinstallateure und Zentralheizungs- und Lüftungsbauer im Jahr 1977 wurde der Schule auch die Erstausbildung von Lehrlingen übertragen. Anlässlich dieser Erweiterung des Ausbildungsangebots wurde als Oberbegriff aller Schularten der Namenszusatz "Heinrich-Meidinger-Schule" eingeführt. Im weiteren Verlauf wurde das Fort- und Weiterbildungsangebot durch Teilzeit- und Vollzeit-Meisterschulen in verschiedenen Fachrichtungen ausgebaut sowie 1998 eine neue Meisterausbildung für "Installateur- und Heizungsbauermeister" geschaffen. 2009 beging die Bundesfachschule ihr 100-jähriges Jubiläum.

Katja Förster 2015

Literatur

Ulrike Gall: 100 Jahre aktuell und attraktiv. Die Geschichte unserer Schule, in: Meidinger-Zeit! Beiträge zur Entwicklung 2004-2009. Heinrich-Meidinger-Schule Karlsruhe. Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik, hrsg. vom Verein der Freunde der Heinrich-Meidinger-Schule Karlsruhe e. V., Karlsruhe 2009, S. 28 f.; Heinrich-Meidinger-Schule Karlsruhe. Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik. 85 Jahre Aus- und Weiterbildungsstätte. 40 Jahre Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik. Beiträge zur Entwicklung 1989-1994, hrsg. vom Verein der Freunde der Heinrich-Meidinger-Schule Karlsruhe e. V., Karlsruhe 1994; Heinrich Meidinger Schule. Bundesfachschule für Sanitär- und Heizungstechnik, http://www.hms.ka.bw.schule.de (Zugriff am 27. August 2015).