Luftbild des Lameyplatzes in den 1950er-Jahren, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 3/XV/10.
Luftaufnahme des Lameyplatzes: Das Fundament des Hochhauses an der Ecke Rheinstraße/Honsellstraße steht bereits, die Feuerwache West auf dem Stadiongelände ist fertiggestellt, im Hintergrund der Entenfang noch ohne die 1962 fertiggestellte Vogesenbrücke, 1961, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 3/XV/12.

Lameyplatz

Der Lameyplatz ist ein Platz im Karlsruher Stadtteil Mühlburg. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat er eine wichtige Funktion als Verkehrsknotenpunkt zwischen der Karlsruher Innenstadt und dem Rheinhafen. So fuhren seit 1901 die Straßenbahnen durch die Rhein- und die Honsellstraße zum Rheinhafen, seit 1925 zweigte eine weitere Linie, die heute durch die Starckstraße fährt, vom Lameyplatz nach Knielingen ab. Ende 1962 folgte die Stilllegung des eingleisigen Straßenbahnverkehrs durch die Rheinstraße und die Eröffnung des zweigleisigen durch die Lameystraße. Der Umstand, dass der Lameyplatz keine eigentliche Platzfläche besitzt, sondern praktisch das Ergebnis des Zusammentreffens von Lamey-, Honsell-, Rhein- und Lerchenstraße ist, stellt möglicherweise den Grund dafür dar, dass er erst 1946 benannt wurde. Bei der Anlage mündete auch die heute nicht mehr existierende Mühlstraße in den Platz.

Am südlichen Rand des Lameyplatzes lag das knapp 13.000 Quadratmeter große Stadion des VfB Mühlburg, das nach der Fusion des VfB mit dem FC Phönix zum Karlsruher Sport-Club (KSC) und dem Umzug ins Wildparkstadion 1955 zunächst von der Turnerschaft Mühlburg weiter genutzt wurde. Auf dem Areal des VfB wurde dann aber der seit Jahrzehnten geplante Bau eines Feuerwehrhauses im Gebiet des Rheinhafens realisiert. Im Dezember 1960 konnte hier die Feuerwache West in Betrieb genommen werden. 1964 folgte die Fertigstellung eines 19-stöckigen Hochhauses an der Ecke Rheinstraße/Honsellstraße an der Stelle der 1942 abgerissenen alten Mühlburger Mühle durch die Volkswohnung. Ihm gegenüber steht das 1908 als Gasthof Zum goldenen Anker (später Hotel Anker) errichtete Gebäude, das heute von der Arbeiterwohlfahrt als Einrichtung für obdachlose Menschen genutzt wird.

Seit 2002 befindet sich am Lameyplatz der Pavillon für den Einstieg in den Landgraben. Im Rahmen des Sanierungsprogramms für Mühlburg wird der Platz seit 2013 umfassend umgestaltet. Dabei werden die bislang großzügigen Verkehrsflächen reduziert und die daraus gewonnene Freifläche von 1.000 Quadratmetern entsiegelt und anschließend in eine Grünfläche umgewandelt. Inzwischen ist dort ein fußgängerfreundlicher und weniger verkehrslastiger zusammenhängender Platz von annähernd 3.000 Quadratmetern entstehen, der auch zu einer Aufwertung des westlichen Kerngebiets von Mühlburg beiträgt.

René Gilbert 2015/16

Quelle

StadtAK 1/H-Reg 8560.

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Mühlburg im Dritten Reich, in: Mühlburg. Streifzüge durch die Ortsgeschichte, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche, Karlsruhe 1998, S. 42-46; Harald Ringler: Die städtebauliche Neuordnung Mühlburgs in den 50er Jahren, in: Mühlburg. Streifzüge durch die Ortsgeschichte, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche, Karlsruhe 1998, S. 57-61, http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmplbnO0zo9UD/M%C3%BChlburg_Streifz%C3%BCge.pdf (Zugriff am 27. Mai 2016); Ernst Otto Bräunche: Lameyplatz, in: Stadtplätze in Karlsruhe, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Manfred Koch, Karlsruhe 2003, S. 336-339 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26); Stadtplanung: Neues Gesicht für Lameyplatz, in: Karlsruher Stadtzeitung vom 29. Juni 2012.