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[[Datei:Ort-0134 Neureut GLA H-1 Nr. 1869 Bild 1 (4-469425-1).jpg|alternativtext=Gemarkungsplan der Straßendörfer Welschneureut und Teutschneureut zwischen Tiefgestade und Hardtwald, 1865, GLA Karlsruhe H-1 Nr. 1869.|links|mini|Gemarkungsplan der Straßendörfer Welschneureut und Teutschneureut zwischen Tiefgestade und Hardtwald, 1865, GLA Karlsruhe H-1 Nr. 1869.]] |
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[[Datei:Ort-0134 Neureut Internet.jpg|alternativtext=Ansicht von Teutschneureut mit Kirche, Pfarrhaus, Schul- und Rathaus, Lithographie auf Postkarte um 1900, Privatbesitz.|links|mini|Ansicht von Teutschneureut mit Kirche, Pfarrhaus, Schul- und Rathaus, Lithographie auf Postkarte um 1900, Privatbesitz.]] |
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[[Datei:Ort-0134 Neureut A26a 139 3 02.jpg|alternativtext=Luftansicht von Neureut, im Vordergrund das neue Zentrum mit der im Bau befindlichen Badnerlandhalle, im Hintergrund das alte Dorf mit den Siedlungserweiterungen der Nachkriegszeit, 1976, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A26a/139/3/2.|links|mini|Luftansicht von Neureut, im Vordergrund das neue Zentrum mit der im Bau befindlichen Badnerlandhalle, im Hintergrund das alte Dorf mit den Siedlungserweiterungen der Nachkriegszeit, 1976, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A26a/139/3/2.]] |
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Neureut wird am 15. April 1260 in einem Vertrag zwischen Markgraf Rudolf I. und dem Kloster <lex id="top-2452">Gottesaue</lex> als "villa Novale" (= Neurodung) auf der Gemarkung Eggenstein erstmals erwähnt. Ursprünglich hatte man angenommen, dass Neureut als "Novale" bereits in der Stiftungsurkunde für das Kloster Gottesaue von 1110 von Kaiser Heinrich V. erwähnt wurde, was sich aber als Irrtum herausstellte. Die 850-Jahr-Feier von Neureut im Jahr 1960 kam damit 150 Jahre zu früh. Wegen Streitigkeiten über die Zollabgaben wurde Neureut 1273 anlässlich der Belagerung <lex id="ort-0083">Mühlburgs</lex> von König Rudolf von Habsburg geplündert. |
Neureut wird am 15. April 1260 in einem Vertrag zwischen Markgraf Rudolf I. und dem Kloster <lex id="top-2452">Gottesaue</lex> als "villa Novale" (= Neurodung) auf der Gemarkung Eggenstein erstmals erwähnt. Ursprünglich hatte man angenommen, dass Neureut als "Novale" bereits in der Stiftungsurkunde für das Kloster Gottesaue von 1110 von Kaiser Heinrich V. erwähnt wurde, was sich aber als Irrtum herausstellte. Die 850-Jahr-Feier von Neureut im Jahr 1960 kam damit 150 Jahre zu früh. Wegen Streitigkeiten über die Zollabgaben wurde Neureut 1273 anlässlich der Belagerung <lex id="ort-0083">Mühlburgs</lex> von König Rudolf von Habsburg geplündert. |
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Datenbank der Kulturdenkmale: |
Datenbank der Kulturdenkmale: https://www.karlsruhe.de/mobilitaet-stadtbild/denkmalschutz#c198272; Informationsbroschüre des Stadtteils Neureut, hrsg. v. der Ortsverwaltung 2020, https://www.total-lokal.de/city/karlsruhe-neureut/data/76149_50_12_20/10/ Onlinemagazin Karlsruhepuls: Neureut https://karlsruhepuls.de/neureut/ Rahmenplan Neureut Zentrum III, hrsg. v. Stadtplanungsamt 2020 https://www.karlsruhe.de/fileadmin/user_upload/05_Mobilitaet_Stadtbild/052_Stadtplanung/1_Bebauungsplanung/BPL_Neureut_-_Zentrum_III/2020-07-GR-Rahmenplan_Neureut-Anlage-Broschuere-digital.pdf (Zugriff jeweils am 4. März 2026). |
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Hermann Ehmer u. a.: Geschichte von Neureut, Karlsruhe 1983. |
Hermann Ehmer u. a.: Geschichte von Neureut, Karlsruhe 1983. |
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Aktuelle Version vom 26. März 2026, 13:41 Uhr
Neureut
Neureut wird am 15. April 1260 in einem Vertrag zwischen Markgraf Rudolf I. und dem Kloster Gottesaue als "villa Novale" (= Neurodung) auf der Gemarkung Eggenstein erstmals erwähnt. Ursprünglich hatte man angenommen, dass Neureut als "Novale" bereits in der Stiftungsurkunde für das Kloster Gottesaue von 1110 von Kaiser Heinrich V. erwähnt wurde, was sich aber als Irrtum herausstellte. Die 850-Jahr-Feier von Neureut im Jahr 1960 kam damit 150 Jahre zu früh. Wegen Streitigkeiten über die Zollabgaben wurde Neureut 1273 anlässlich der Belagerung Mühlburgs von König Rudolf von Habsburg geplündert.
1424 führte die expansive Zollpolitik des Markgrafen Bernhard I. zum "Zug nach Mühlburg". Die Städte Basel, Freiburg und Straßburg zogen, unterstützt von Truppen aus der Pfalz und Schwaben, gegen Mühlburg. Es gelang nicht, das Schloss einzunehmen, aber die Zerstörungen im Umland waren groß. Wieder wurde Neureut geplündert. Mitte des 15. Jahrhunderts begann man wohl mit dem Bau der ersten Neureuter Kirche, die, umgeben von einem Friedhof, mit diesem zusammen den Platz der heutigen evangelischen Kirche einnahm. Bei der Landesteilung Badens in Baden-Durlach und Baden-Baden fiel Neureut an Baden-Durlach unter Markgraf Ernst. Dessen Sohn, Markgraf Karl II. führte 1556 die Reformation ein. Neureut war nun evangelisch.
Im Dreißigjährigen Krieg trat Schweden mit König Gustav Adolf auf Seiten der Protestanten in den Krieg ein. Der Siegeszug der Schweden führte sie weit nach Süden und auch die Neureuter feierten die Schweden als Befreier. Das Blatt wendete sich mit der Schlacht von Nördlingen, in der die Schweden schwer geschlagen wurden. Es herrschte in der ganzen Gegend Anarchie. Marodierende Banden zogen plündernd durch das Land und Markgraf Georg Friedrich war im Exil in Straßburg. Daher suchten die Neureuter 1636 im befestigten Durlach Schutz. Am Ende dieses Krieges war die Dorfbevölkerung um etwa die Hälfte geschrumpft.
40 Jahre später sahen sich die Neureuter wiederum veranlasst, ihr Dorf im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges zu verlassen. Bei dessen Ende waren große Teile Baden-Durlachs zerstört. Die Bevölkerung, im Dreißigjährigen Krieg schon stark dezimiert, war erneut um 25 Prozent reduziert worden. Markgraf Friedrich Magnus warb deshalb um die Ansiedlung von Hugenotten, Waldensern und Wallonen, indem er ihnen Privilegien wie Steuerfreiheit und kostenloses Baumaterial in Aussicht stellte.
Neureut musste seine südlichen Gebiete abgeben, damit die Glaubensflüchtlinge sich dort niederlassen konnten. Es waren überwiegend Hugenotten aus den Gebieten Dauphiné und Languedoc in Südfrankreich, die die "Kolonie de Neureuth" 1699 gründeten. Wenig später wurde sie in Welschneureut umgetauft und das alte Dorf hieß fortan zur Unterscheidung Teutschneureut. Der erste, noch bescheidene Kirchenbau in Welschneureut entstand dort 1720.
Im 19. Jahrhundert wurden in Welschneureut nacheinander drei Schulgebäude und das Hardthaus als Waisenhaus erbaut, aus dem die spätere Hardtstiftung hervorging. Nachdem 1856 in Teutschneureut ein Rathaus gebaut worden war, musste 1884 dort die alte Kirche einer neuen, größeren Kirche weichen. Bereits 1865 war mit dem Nordfriedhof ein neuer Friedhof errichtet und mit der Verlegung des alten, der die Kirche umgeben hatte, begonnen worden. Wenig später entstand auch dort ein neues Schulgebäude, das 1959 dem Erweiterungsbau der heutigen Nordschule weichen musste.
Dem Ersten Weltkrieg fielen 104 Teutschneureuter und 45 Welschneureuter Soldaten zum Opfer. Zu dieser Zeit zählten beide Orte zusammen schon über 3.500 Einwohner. Im Zuge der Industrialisierung hatten sich neben der Matzenfabrik Strauss auch eine Lackfabrik, eine Zementfabrik und eine Dampfsägerei in Neureut niedergelassen. Um dem immer größer werdenden Wohnungsmangel zu begegnen, gründeten sich 1921 und 1925 Siedlungsgesellschaften, die die ersten Häuser in den heutigen Ortsteilen Heide und Kirchfeldsiedlung errichteten. Längst hatten sich die beiden Neureuter Gemeinden von Bauerndörfern zu Arbeitergemeinden entwickelt, in denen Landwirtschaft fast nur noch Nebenerwerb war.
1935 wurden die beiden Dörfer auf Anordnung der Nationalsozialisten zusammengeschlossen und erhielten einen linientreuen Bürgermeister. Die neue Gemeinde Neureut (Baden) verfügte nun über eine Gemarkungsfläche von rund 1.900 Hektar und hatte 4.400 Einwohner. Im Zweiten Weltkrieg wurden in Neureut 18 Häuser, das Hardthaus und die Welschneureuter Kirche durch Luftangriffe fast völlig zerstört. Der Krieg forderte 31 Menschenleben im Dorf, 238 Neureuter fielen als Soldaten, weitere 67 galten als vermisst.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirchfeldsiedlung ab 1949 erweitert, um Heimatvertriebene aus Böhmen, Mähren und dem Sudetenland aufzunehmen. Rund 3.000 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten fanden in der Kirchfeldsiedlung eine neue Heimat und erbauten sich dort weitgehend selbst einfache, einstöckige Häuser mit Mansarddächern. 1959 wurde Neureut erstmals Garnisonsgemeinde, nachdem nördlich der Kirchfeldsiedlung die amerikanische Kaserne gebaut und 1960 südlich von ihr die General-Fahnert-Kaserne der Bundeswehr errichtet wurde.
1970 war Neureut mit rund 14.000 Einwohnern die größte Landgemeinde im Land Baden-Württemberg. 1973 gab es heftigen und vergeblichen Widerstand der Neureuter Bevölkerung gegen die Eingemeindung nach Karlsruhe, gegen die sich über 96 Prozent der Wählerinnen und Wähler bei einer Abstimmung aussprachen. Am 14. Februar 1975 wurde das Urteil des Staatsgerichtshofs gefällt, dass innerhalb von acht Wochen eine Vereinbarung ausgehandelt werden musste. Am 10. April 1975 unterzeichneten der Neureuter Bürgermeister Hermann Meinzer und der Karlsruher Oberbürgermeister Otto Dullenkopf den Eingemeindungsvertrag im Haus Solms. Im Eingemeindungsvertrag war festgehalten worden, dass Neureut, wie die anderen nach Karlsruhe im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg eingemeindeten Dörfer Wettersbach, Hohenwettersbach und Stupferich, einen Ortschaftsrat und eine Ortsverwaltung erhielten.
In der Nachkriegszeit entstand in Neureut ein neues Wohngebiet östlich des alten Straßendorfes mit Mehrfamilien- und Einfamilienhäusern, das sich bis zur Unterfeldstraße erstreckte, wo 1964 das nach einem früheren Bürgermeister benannte Adolf-Ehrmann-Bad gebaut wurde und an der 1979 die Hardtbahn in Betrieb genommen wurde. Südlich davon entstanden seit der ersten Hälfte der 1970er-Jahre das neue Schulzentrum Neureut mit Gymnasium, Realschule, Sporthallen und Stadion sowie zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein neues Seniorenzentrum der Karl Friedrich-Leopold-und-Sophienstiftung. 1974 begann der Bau der Badnerlandhalle am Neureuter Platz mit den Mehrfamilien- und Hochhäusern, einem Nahversorgungszentrum sowie zweier Gotteshäuser, der katholischen St. Judas-Thaddäus-Kirche und einer neuapostolischen Kirche, in ihrer Umgebung. Die genannten Bauten bilden nun das neue Zentrum von Neureut und rücken die Ortsmitte an die zuvor genannten Siedlungen bei der Linkenheimer Landstraße näher heran. Das bisher freigebliebene Areal daneben, hinter dem Adolf-Ehrmann-Bad, soll in naher Zukunft ebenfalls als Wohnquartier bebaut werden und damit der Wohnungsnot in Karlsruhe Abhilfe verschaffen. Hier sollen deswegen nun ausschließlich Mehrfamilienhäuser entstehen, wobei man zuvor mit dem Siedlungsgebiet Kirchfeld Nord auf dem ehemaligen Kasernengelände der Amerikaner nördlich der Kirchfeldsiedlung im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts noch großzügig Platz für den Bau von Einfamilien- und Reihenhäusern eingeräumt hatte. Seit 2005 entstand in Kirchfeld Nord auch ein neues Gewerbegebiet, das mittlerweile durch Firmenansiedlungen weitgehend belegt ist. Nordwestlich des alten Dorfes gibt es am Unteren Dammweg und im Im kleinen Bruch schon lange ein Gewerbegebiet, in dem sich in der Nachkriegszeit auch traditionsreiche Firmen wie die schon im 19. Jahrhundert bestehende Möbelschreinerei Markstahler & Barth oder das schon in der Vorkriegszeit bestehende Zweigwerk des Weltkonzerns Coca-Cola (ehemals Getränke-Troullier) niedergelassen haben. Geplant ist derzeit, ein noch weit größeres Gewerbegebiet im benachbarten Gewann Gottesauer Feld zu erschließen.
Die Grundlagen für ein reichhaltiges Vereinsleben mit heute circa 80 Vereinen wurden in Neureut schon im 19. Jahrhundert gelegt. So wurden die beiden heute noch bestehenden gleichnamigen Gesangvereine Liederkranz schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Welschneureut und Teutschneureut gegründet. Noch vor der Jahrhundertwende kamen die Freiwillige Feuerwehr und der Gesangverein Edelweiß hinzu. Auch die mitgliederstarken Turn- und Sportvereine haben ihre Wurzeln noch im Kaiserreich, so die Turngemeinde Neureut 1893, der Turn- und Sportverein (TuS) Neureut, der FC Neureut 08 und der FC Germania 07. Neben den Schulen und den weiteren, zum Teil erst in der Nachkriegszeit für Tennis und andere Sportarten gegründeten Vereinen, haben sie dazu beigetragen, dass der Stadtteil heute über eine Vielzahl von Sportstätten verfügt, seien es Spiel- und Sportplätze im Hardtwald und im Tiefgestade oder Turnhallen und Tennisplätze im alten Dorf oder in den Siedlungen. Im Tiefgestade wurden Wanderwege, Schrebergärten und ein kleiner Vogelpark angelegt. Im Gewann Heidelburg in der Nähe einer alten Rheinschlinge, des Kleinen Bodensees, wurden 2007 Spuren und Grabbeigaben keltischer Hügelgräber aus dem 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. entdeckt und 2017 eines zu Anschauungszwecken rekonstruiert und mit einer Erklärungstafel versehen.
Kulturelle Einrichtungen sind das 1999 in einem alten Bauernhaus gegründete Heimathaus, das sich dem alten Dorfleben und der Ortsgeschichte widmet, und das benachbarte ehemalige Milchhäusle des Kunstraums Neureut, das Kunstschaffenden hinter der Nordkirche einen Ausstellungsraum bietet. Die Badnerlandhalle ist schon seit fast einem halben Jahrhundert als Veranstaltungsstätte für Theater, Konzerte und Versammlungen aller Art eingeführt. Zudem befinden sich dort eine Zweigstelle der Stadtbibliothek, ein Restaurant und eine Kegelbahn. Auf dem Neureuter Platz findet ein beliebter Wochenmarkt und jährlich an dem dortigen Brunnen ein Töpfermarkt statt. Nachdem der Durchgangsverkehr der B 36 1981 aus der Ortsmitte herausgenommen werden konnte, feiern die Neureuter in der Hauptstraße ihr Straßenfest, das sich zu einem überregionalen Ereignis entwickelt hat. Hier gibt es auch noch einige alte Wirtshäuser aus dem 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, die heute unter Denkmalschutz stehen, auch wenn manche nicht mehr betrieben werden, sondern zu Wohnzwecken umgebaut wurden. Auf dem Festplatz beim Adolf-Ehrmann-Bad findet alljährlich die Kirchweih (Kerwe) statt, die ebenfalls von den Vereinen organisiert und getragen wird. Mit über 18.000 Einwohnern zählt Neureut heute zu den Schwergewichten unter den Karlsruher Stadtteilen. Mit dem geplanten neuen Wohnquartier neben dem Zentrum um den Neureuter Platz wird sich diese Entwicklung noch weiter verstärken.
Quellen
Datenbank der Kulturdenkmale: https://www.karlsruhe.de/mobilitaet-stadtbild/denkmalschutz#c198272; Informationsbroschüre des Stadtteils Neureut, hrsg. v. der Ortsverwaltung 2020, https://www.total-lokal.de/city/karlsruhe-neureut/data/76149_50_12_20/10/ Onlinemagazin Karlsruhepuls: Neureut https://karlsruhepuls.de/neureut/ Rahmenplan Neureut Zentrum III, hrsg. v. Stadtplanungsamt 2020 https://www.karlsruhe.de/fileadmin/user_upload/05_Mobilitaet_Stadtbild/052_Stadtplanung/1_Bebauungsplanung/BPL_Neureut_-_Zentrum_III/2020-07-GR-Rahmenplan_Neureut-Anlage-Broschuere-digital.pdf (Zugriff jeweils am 4. März 2026).
Literatur
Hermann Ehmer u. a.: Geschichte von Neureut, Karlsruhe 1983.