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=Karlsruher Eislauf- und Tennisverein 1911 e. V. (KETV)= |
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[[Datei:Ins-0970 KETV 7 Nl Groos 0572.jpg|alternativtext=Einladung des KETV zum Faschingsfest am 4. Februar 1956, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Groos 572.|links|mini|Einladung des KETV zum Faschingsfest am 4. Februar 1956, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Groos 572.]] |
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[[Datei:Ins-0970 KETV A33 140 3 42.jpg|alternativtext=Prominenten-Tennisturnier beim KETV zu Gunsten der Lotterie Ein Platz an der Sonne im Mai 1977, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A33/140/3/42.|links|mini|Prominenten-Tennisturnier beim KETV zu Gunsten der Lotterie Ein Platz an der Sonne im Mai 1977, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A33/140/3/42.]] |
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Am 23. Mai 1911 wurde der Karlsruher Eislauf-Verein auf Initiative des in Graz geborenen zweimaligen Eiskunstlaufweltmeisters Dr. Gilbert Fuchs und des späteren Chefarztes des <lex id="ins-1384">Diakonissenkrankenhauses</lex> Dr. Ferdinand Krumm gegründet und am 5. August ins Vereinsregister eingetragen. Schon zuvor hatte es Diskussionen über Eislaufflächen in Karlsruhe gegeben. So hatte der spätere Schriftführer des KETV Emil Overlach in der <lex id="ins-1147">Badischen Presse</lex> 1909 einen Artikel über den Eislaufsport veröffentlicht und bedauert, dass der Schwanensee im <lex id="ins-1066">Stadtgarten</lex> nicht für diesen Sport genutzt werde. |
Am 23. Mai 1911 wurde der Karlsruher Eislauf-Verein auf Initiative des in Graz geborenen zweimaligen Eiskunstlaufweltmeisters Dr. Gilbert Fuchs und des späteren Chefarztes des <lex id="ins-1384">Diakonissenkrankenhauses</lex> Dr. Ferdinand Krumm gegründet und am 5. August ins Vereinsregister eingetragen. Schon zuvor hatte es Diskussionen über Eislaufflächen in Karlsruhe gegeben. So hatte der spätere Schriftführer des KETV Emil Overlach in der <lex id="ins-1147">Badischen Presse</lex> 1909 einen Artikel über den Eislaufsport veröffentlicht und bedauert, dass der Schwanensee im <lex id="ins-1066">Stadtgarten</lex> nicht für diesen Sport genutzt werde. |
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Der geplante Bau eines Clubhauses musste nach Beginn des <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkriegs</lex> allerdings zunächst verschoben werden. Die nächste reguläre Mitgliederversammlung konnte dennoch wie geplant am 28. April 1915 im <lex id="ins-0278">Hotel Germania</lex> stattfinden. In Abwesenheit des Vorsitzenden berichtete sein Stellvertreter Direktor Leopold Steinel, dass sich der Verein trotz des Krieges und einiger Austritte positiv entwickelt habe und dessen Angebote gut genutzt würden. Steinel übernahm allein die Geschäftsführung, da nahezu alle Vorstandsmitglieder Kriegsdienst leisteten. Die geplante Ausrichtung der Deutschen Eislauf-Meisterschaft im Jahr 1915 sowie alle weiteren Wettkämpfe entfielen allerdings. Ende November gab der Verein aber wieder bekannt, dass die Eisbahn auf dem Albsportplatz bis 23 Uhr geöffnet sei. Auch 1916 stand der Tennisplatz ab April wieder zur Verfügung, die Eisbahn öffnete Ende Januar 1917. Danach finden sich keine Belege mehr für die Öffnung der Anlagen bis Anfang 1919. Im März 1919 traf sich der Vorstand erstmals wieder komplett unter dem Vorsitz von Gilbert Fuchs, der den Verein allerdings bald verließ, da er sein Erbe in Jugoslawien antreten musste. Nachfolger wurde sein Stellvertreter Krumm. |
Der geplante Bau eines Clubhauses musste nach Beginn des <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkriegs</lex> allerdings zunächst verschoben werden. Die nächste reguläre Mitgliederversammlung konnte dennoch wie geplant am 28. April 1915 im <lex id="ins-0278">Hotel Germania</lex> stattfinden. In Abwesenheit des Vorsitzenden berichtete sein Stellvertreter Direktor Leopold Steinel, dass sich der Verein trotz des Krieges und einiger Austritte positiv entwickelt habe und dessen Angebote gut genutzt würden. Steinel übernahm allein die Geschäftsführung, da nahezu alle Vorstandsmitglieder Kriegsdienst leisteten. Die geplante Ausrichtung der Deutschen Eislauf-Meisterschaft im Jahr 1915 sowie alle weiteren Wettkämpfe entfielen allerdings. Ende November gab der Verein aber wieder bekannt, dass die Eisbahn auf dem Albsportplatz bis 23 Uhr geöffnet sei. Auch 1916 stand der Tennisplatz ab April wieder zur Verfügung, die Eisbahn öffnete Ende Januar 1917. Danach finden sich keine Belege mehr für die Öffnung der Anlagen bis Anfang 1919. Im März 1919 traf sich der Vorstand erstmals wieder komplett unter dem Vorsitz von Gilbert Fuchs, der den Verein allerdings bald verließ, da er sein Erbe in Jugoslawien antreten musste. Nachfolger wurde sein Stellvertreter Krumm. |
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Im Sommer 1919 konnten auch erstmals im benachbarten <lex id="ins-0293">Kühlen Krug</lex> im zweiten Stock einige Räume als Clubheim angemietet werden, von denen einer von Vereinsmitglied <lex id="bio-1067">Hermann Göhler</lex> als Clubzimmer gestaltet wurde. Begonnen wurde aber zugleich mit dem Bau eines eigenen Clubhauses, das mit finanzieller Unterstützung der Brüder Dr. Willy und Oskar Huber (<lex id="ins-0237">Raab Karcher</lex>) im folgenden Jahr fertiggestellt war. Oskar Huber, seit 1927 Vorsitzender, wurde 1948 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nun veranstaltete der Verein auch wieder Wettkämpfe, so am 19. Juni 1920 das Tennisturnier zwischen den Städten Heidelberg und Karlsruhe. Vom 25. bis zum 27. Juni ersetzte ein Clubturnier wegen der Zeitumstände ein eigentlich vorgesehenes Internationales Turnier. An der Badischen Woche beteiligte sich der Verein am 19. September mit einem Tenniswettkampf der Städte Karlsruhe und Mannheim. Seit 1921 fanden dann aber wieder regelmäßig internationale Tenniswettkämpfe statt. Zu den Organisatoren gehörten auch der vormalige Fußballnationalspieler und Deutsche Meister des <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballvereins (KFV)</lex> <lex id="bio-0503">Gottfried Fuchs</lex>. Auch der Lehrer <lex id="bio-0528">Karl Wegele</lex>, mit <lex id="ins-1214">Phönix Karlsruhe</lex> 1909 Deutscher Fußballmeister, engagierte sich im Verein und fungierte häufig als Turnierleiter. Seit 1924 gab er Jugendlichen ehrenamtlich Tennisunterricht, 1931 gründete er mit seiner Frau Anni eine Juniorenabteilung. Dem Vereinsvorstand gehörte er mehr als 20 Jahre an. Beide wurden 1948 Ehrenmitglieder des Vereins. |
Im Sommer 1919 konnten auch erstmals im benachbarten <lex id="ins-0293">Kühlen Krug</lex> im zweiten Stock einige Räume als Clubheim angemietet werden, von denen einer von Vereinsmitglied <lex id="bio-1067">Hermann Göhler</lex> als Clubzimmer gestaltet wurde. Begonnen wurde aber zugleich mit dem Bau eines eigenen Clubhauses, das mit finanzieller Unterstützung der Brüder Dr. Willy und Oskar Huber (<lex id="ins-0237">Raab Karcher</lex>) im folgenden Jahr fertiggestellt war. Oskar Huber, seit 1927 Vorsitzender, wurde 1948 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nun veranstaltete der Verein auch wieder Wettkämpfe, so am 19. Juni 1920 das Tennisturnier zwischen den Städten Heidelberg und Karlsruhe. Vom 25. bis zum 27. Juni ersetzte ein Clubturnier wegen der Zeitumstände ein eigentlich vorgesehenes Internationales Turnier. An der Badischen Woche beteiligte sich der Verein am 19. September mit einem Tenniswettkampf der Städte Karlsruhe und Mannheim. Seit 1921 fanden dann aber wieder regelmäßig internationale Tenniswettkämpfe statt. Zu den Organisatoren gehörten auch der vormalige Fußballnationalspieler und Deutsche Meister des <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballvereins (KFV) </lex> <lex id="bio-0503">Gottfried Fuchs</lex>. Sein Onkel Arthur Fuchs war schon früh im KETV aktiv und dessen Sohn Werner (Bill) spielte hier in den 1920-er Jahren. Auch der Lehrer <lex id="bio-0528">Karl Wegele</lex>, mit <lex id="ins-1214">Phönix Karlsruhe</lex> 1909 Deutscher Fußballmeister, engagierte sich im Verein und fungierte häufig als Turnierleiter. Seit 1924 gab er Jugendlichen ehrenamtlich Tennisunterricht, 1931 gründete er mit seiner Frau Anni eine Juniorenabteilung. Dem Vereinsvorstand gehörte er mehr als 20 Jahre an. Beide wurden 1948 Ehrenmitglieder des Vereins. |
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Nach Beginn der <lex id="ereig-0210">Weltwirtschaftskrise</lex> fiel 1930 das jährliche Turnier aus und es sollte nun im Wechsel mit Freiburg und Heidelberg alle drei Jahre in Karlsruhe stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein schon mehrere Jahre Räume in der <lex id="ins-1232">Stadthalle</lex> angemietet, um auch Spielmöglichkeiten im Winter anbieten zu können. |
Nach Beginn der <lex id="ereig-0210">Weltwirtschaftskrise</lex> fiel 1930 das jährliche Turnier aus und es sollte nun im Wechsel mit Freiburg und Heidelberg alle drei Jahre in Karlsruhe stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein schon mehrere Jahre Räume in der <lex id="ins-1232">Stadthalle</lex> angemietet, um auch Spielmöglichkeiten im Winter anbieten zu können. |
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Nach der <lex id="ereig-0111"> |
Nach der <lex id="ereig-0111">Machtübertragung</lex> auf die <lex id="ereig-0016">Nationalsozialisten</lex> wurden auch beim KETV rasch <lex id="ereig-0048">jüdische</lex> Mitglieder ausgeschlossen, die Badische Presse meldete am 27. März 1934, dass mit Beginn der Saison, "der Beschluss, nach dem nur Tennisspieler arischer Abstammung dem Verein angehören können, restlos durchgeführt" ist. |
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1934 wurde das Clubhaus renoviert und eine Anlage zum Aufenthalt der Spieler erstellt. Die Maßnahmen wurden von der NS-Presse als Beitrag zur Arbeitsbeschaffung aufgeführt. Zwei Jahre später bot das Sportamt der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> <lex id="ins-0566">Kraft durch Freude (KdF)</lex> Tenniskurse auf dem Albsportplatz an. 1936/37 konnte sich der Verein über zahlreiche neue Mitglieder, darunter viele Jugendliche, freuen. 1938 berichtete die Presse über eine spielstarke Herrenmannschaft und auch die inzwischen begründete Damenmannschaft spielte erfolgreich. Mit Beginn des <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkriegs</lex> werden die Nachrichten spärlicher, 1942 und 1943 fanden aber die Meisterschaften des Hitlerjugend (HJ)-Banns 109 im Tennis auf den Plätzen des Vereins statt. |
1934 wurde das Clubhaus renoviert und eine Anlage zum Aufenthalt der Spieler erstellt. Die Maßnahmen wurden von der NS-Presse als Beitrag zur Arbeitsbeschaffung aufgeführt. Zwei Jahre später bot das Sportamt der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> <lex id="ins-0566">Kraft durch Freude (KdF)</lex> Tenniskurse auf dem Albsportplatz an. 1936/37 konnte sich der Verein über zahlreiche neue Mitglieder, darunter viele Jugendliche, freuen. 1938 berichtete die Presse über eine spielstarke Herrenmannschaft und auch die inzwischen begründete Damenmannschaft spielte erfolgreich. Mit Beginn des <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkriegs</lex> werden die Nachrichten spärlicher, 1942 und 1943 fanden aber die Meisterschaften des Hitlerjugend (HJ)-Banns 109 im Tennis auf den Plätzen des Vereins statt. |
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Aktuelle Version vom 20. Dezember 2025, 11:02 Uhr
Karlsruher Eislauf- und Tennisverein 1911 e. V. (KETV)
Am 23. Mai 1911 wurde der Karlsruher Eislauf-Verein auf Initiative des in Graz geborenen zweimaligen Eiskunstlaufweltmeisters Dr. Gilbert Fuchs und des späteren Chefarztes des Diakonissenkrankenhauses Dr. Ferdinand Krumm gegründet und am 5. August ins Vereinsregister eingetragen. Schon zuvor hatte es Diskussionen über Eislaufflächen in Karlsruhe gegeben. So hatte der spätere Schriftführer des KETV Emil Overlach in der Badischen Presse 1909 einen Artikel über den Eislaufsport veröffentlicht und bedauert, dass der Schwanensee im Stadtgarten nicht für diesen Sport genutzt werde.
Dem Verein, der 27 Mitglieder hatte, fehlte aber ein geeigneter Eislaufplatz, so dass ihn dies in den nächsten Jahren stark beschäftigte. Zwar hatte man sich rasch auf einen Platz an der Alb festgelegt, doch die Stadt brachte einen Platz an der Durlacher Allee ins Gespräch, den man ablehnte, "da jene Gegend nicht vornehm genug sei." In der gut besuchten Mitgliederversammlung Ende 1912, in der der Adel und das gehobene Bürgertum stark vertreten waren, wurde hauptsächlich über eine Platzanlage diskutiert. Auch ein Verzeichnis der 35 regulären und acht außerordentlichen Mitglieder bestätigt diese Mitgliederstruktur, unter anderem werden der preußische Gesandte Karl von Eisendecher, Wilhelm Freiherr von Marshall, die Fabrikanten Max Müller und Paul Ruh sowie der Leiter des Generallandesarchivs Karl Obser genannt.
Mitte des folgenden Jahres wurde mit der Herrichtung des von der Stadt angebotenen 17.000 Quadratmeter großen Platzes westlich der Yorckstraße begonnen, so dass im Winter 1913/14 erstmals eine circa 4.500 Quadratmeter große Eisbahn zur Verfügung stand. Der ursprünglich östlich der Yorckstraße ins Auge gefasste Platz kam nicht mehr in Frage, da er erst in mehrjähriger Arbeit hätte angelegt werden müssen. Der Verein, der unter dem Protektorat Prinz Max von Badens stand und seit dem 9. April 1913 Karlsruher Eislauf- und Tennisverein hieß, bot im Frühjahr 1914 dann auch erstmals auf zwölf neuen Plätzen die Möglichkeit zum Tennissport an. Am 6. Juni des Jahres fand das Internationale Lawn-Tennisturnier statt. Im Mai 1914 war die Mitgliederzahl auf 113, die der außerordentlichen auf 122 gestiegen, ohne dass sich an der Sozialstruktur des Vereins grundsätzlich etwas geändert hätte. Den höchsten Anteil der Ordentlichen Mitglieder stellten Beamte, Fabrikanten, Kaufleute und Ärzte. Aufgeführt sind auch sieben Frauen, wovon aber nur die Kunstmalerin Alice Ruppert mit einer Berufsangabe aufgeführt ist.
Der geplante Bau eines Clubhauses musste nach Beginn des Ersten Weltkriegs allerdings zunächst verschoben werden. Die nächste reguläre Mitgliederversammlung konnte dennoch wie geplant am 28. April 1915 im Hotel Germania stattfinden. In Abwesenheit des Vorsitzenden berichtete sein Stellvertreter Direktor Leopold Steinel, dass sich der Verein trotz des Krieges und einiger Austritte positiv entwickelt habe und dessen Angebote gut genutzt würden. Steinel übernahm allein die Geschäftsführung, da nahezu alle Vorstandsmitglieder Kriegsdienst leisteten. Die geplante Ausrichtung der Deutschen Eislauf-Meisterschaft im Jahr 1915 sowie alle weiteren Wettkämpfe entfielen allerdings. Ende November gab der Verein aber wieder bekannt, dass die Eisbahn auf dem Albsportplatz bis 23 Uhr geöffnet sei. Auch 1916 stand der Tennisplatz ab April wieder zur Verfügung, die Eisbahn öffnete Ende Januar 1917. Danach finden sich keine Belege mehr für die Öffnung der Anlagen bis Anfang 1919. Im März 1919 traf sich der Vorstand erstmals wieder komplett unter dem Vorsitz von Gilbert Fuchs, der den Verein allerdings bald verließ, da er sein Erbe in Jugoslawien antreten musste. Nachfolger wurde sein Stellvertreter Krumm.
Im Sommer 1919 konnten auch erstmals im benachbarten Kühlen Krug im zweiten Stock einige Räume als Clubheim angemietet werden, von denen einer von Vereinsmitglied Hermann Göhler als Clubzimmer gestaltet wurde. Begonnen wurde aber zugleich mit dem Bau eines eigenen Clubhauses, das mit finanzieller Unterstützung der Brüder Dr. Willy und Oskar Huber (Raab Karcher) im folgenden Jahr fertiggestellt war. Oskar Huber, seit 1927 Vorsitzender, wurde 1948 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nun veranstaltete der Verein auch wieder Wettkämpfe, so am 19. Juni 1920 das Tennisturnier zwischen den Städten Heidelberg und Karlsruhe. Vom 25. bis zum 27. Juni ersetzte ein Clubturnier wegen der Zeitumstände ein eigentlich vorgesehenes Internationales Turnier. An der Badischen Woche beteiligte sich der Verein am 19. September mit einem Tenniswettkampf der Städte Karlsruhe und Mannheim. Seit 1921 fanden dann aber wieder regelmäßig internationale Tenniswettkämpfe statt. Zu den Organisatoren gehörten auch der vormalige Fußballnationalspieler und Deutsche Meister des Karlsruher Fußballvereins (KFV) Gottfried Fuchs. Sein Onkel Arthur Fuchs war schon früh im KETV aktiv und dessen Sohn Werner (Bill) spielte hier in den 1920-er Jahren. Auch der Lehrer Karl Wegele, mit Phönix Karlsruhe 1909 Deutscher Fußballmeister, engagierte sich im Verein und fungierte häufig als Turnierleiter. Seit 1924 gab er Jugendlichen ehrenamtlich Tennisunterricht, 1931 gründete er mit seiner Frau Anni eine Juniorenabteilung. Dem Vereinsvorstand gehörte er mehr als 20 Jahre an. Beide wurden 1948 Ehrenmitglieder des Vereins.
Nach Beginn der Weltwirtschaftskrise fiel 1930 das jährliche Turnier aus und es sollte nun im Wechsel mit Freiburg und Heidelberg alle drei Jahre in Karlsruhe stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein schon mehrere Jahre Räume in der Stadthalle angemietet, um auch Spielmöglichkeiten im Winter anbieten zu können.
Nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten wurden auch beim KETV rasch jüdische Mitglieder ausgeschlossen, die Badische Presse meldete am 27. März 1934, dass mit Beginn der Saison, "der Beschluss, nach dem nur Tennisspieler arischer Abstammung dem Verein angehören können, restlos durchgeführt" ist.
1934 wurde das Clubhaus renoviert und eine Anlage zum Aufenthalt der Spieler erstellt. Die Maßnahmen wurden von der NS-Presse als Beitrag zur Arbeitsbeschaffung aufgeführt. Zwei Jahre später bot das Sportamt der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) Kraft durch Freude (KdF) Tenniskurse auf dem Albsportplatz an. 1936/37 konnte sich der Verein über zahlreiche neue Mitglieder, darunter viele Jugendliche, freuen. 1938 berichtete die Presse über eine spielstarke Herrenmannschaft und auch die inzwischen begründete Damenmannschaft spielte erfolgreich. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs werden die Nachrichten spärlicher, 1942 und 1943 fanden aber die Meisterschaften des Hitlerjugend (HJ)-Banns 109 im Tennis auf den Plätzen des Vereins statt.
Das Clubhaus und die Spielanlagen wurden bei Luftangriffen weitgehend zerstört. Nachdem der Verein am 11. Mai 1945 auf Initiative von Albert Esswein wiedergegründet worden war, berichteten die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) am 25. Juli 1946, dass der KETV auf seinen alten Anlagen seinen Tennisbetrieb wieder aufgenommen hatte. 1948 war auch das neue Tennisstadion an der Alb fertiggestellt, das von der renommierten Tennisplatzbaufirma Gebrüder Becker/Wiesbaden mit elf Allwetterplätzen so zeitig übergeben wurde, dass die Badischen Tennismeisterschaften im Juli hier durchgeführt werden konnten.
1949 berichtete die Badische Allgemeine Zeitung (AZ) noch, dass die Clubmeisterschaften nur spärlich besucht gewesen seien. Drei Jahre später konnte der KETV aber mehr als 150 Neuanmeldungen verzeichnen. Es wurden auch Pläne publik, die ersten drei Tennisplätze im Winter wieder für den Eislauf zu nutzen, was bisher an den Kosten für die Abendbeleuchtung gescheitert war. Realisiert wurden diese Pläne aber nicht, nur noch aus Gründen der Tradition blieb der Eislauf im Vereinsnamen.
Mit Spenden von den Karlsruher Brauereien und des Clubvorsitzenden Fritz Frey, der sich große Verdienste um den Verein erwarb, konnte am 5. Juni 1954 das neue Clubhaus rechtzeitig vor den Badischen Tennismeisterschaften vom 25. bis 27. Juni eingeweiht werden. Der 1948 gewählte Frey wurde nun von dem Brauerei-Besitzer Albrecht Hoepfner als Vorsitzender abgelöst. Zeitweise fungierte auch der Altinternationale Emil Oberle (Phönix Karlsruhe) als Stellvertretender Vorsitzender.
Sportliche Erfolge erzielten 1961 die Jugendabteilung bei den Badischen Mannschaftsmeisterschaften, 1979 bis 1985, als die Juniorenmannschaft sieben Mal in Folge Bezirksmeister wurde, 1983 bis 1985, als die Junioren und die Juniorinnen drei Mal in Folge Bezirksmeister werden, 1984, als die Herrenmannschaft Badischer Meister wird und in die Regionalliga aufsteigt, 1985, als Junioren und Juniorinnen die Badische Meisterschaft erringen und die Damenmannschaft den zweiten Platz in der Oberliga belegt. Große Turniere veranstaltete der Verein zum Beispiel 1963 (13.-16. Juni) und 1967 (25.-28. Mai) mit den Badischen Tennismeisterschaften, 1984 Deutsche Jugendmeisterschaften (20.-24. Juni), 1991 Badische Meisterschaften (29.5.-2.6.), 2011 Weltranglistenturnier der Herren "Karlsruhe open" (13.-21. August), woraus das ITF Future Karlsruhe wurde (offizieller Name 2014–2016: "Mauk Open Karlsruhe", bis 2013 und ab 2017 "Karlsruhe Open").
1965 konnte sich der KETV über eine neue Zweifeld-Halle (Halle Nr. 1) freuen, die 1980 renoviert und um eine zweite Tennishalle erweitert wurde. 2004 wurden die Geschäftsstelle und die Tennishalle bei einem Brand zerstört. 1969 hatte der Verein über 500 Mitglieder, darunter auch die der zwei Jahre zuvor ins Leben gerufenen Seniorinnenmannschaft. Dafür wurde 1970 die Eislaufabteilung aufgelöst, da es nach wie vor keine Eislaufhalle gab und der Sport im Freien angesichts unsicherer Winter immer schwieriger wurde. Im 75. Vereinsjahr 1986, als 650 Mitglieder gezählt wurden, darunter 150 Jugendliche, richtete der Verein erstmals die Karlsruher Schüler-Tennismeisterschaften in Zusammenarbeit mit der Jugendstiftung der Sparkasse Karlsruhe aus.
2024 zählte der Verein nur noch 450 Mitglieder, vermutlich auch wegen der Coronakrise, und verfügte über zehn Freiluftplätze, zwei Hallenplätze und seit 2016 über ein Padel Court mit Flutlicht.
Quellen
StadtAK 1/H-Reg 2132 und 5459; Hauptregistratur der Stadt Karlsruhe Aktenzeichen 550.430, Heft 2-6; 50 Jahre Eislauf- und Tennisverein Karlsruhe e. V. Festschrift, 1961 (8/StS 20/1961); Karlsruher Eislauf- und Tennisverein e. V. (KETV): 1911 - 1986. Festschrift zum 75-jährigen Bestehen, 1986 (8/StS 20/2477); Chroniken der Karlsruher Sportvereine, Karlsruher Eislauf- und Tennisverein e. V. https://web1.karlsruhe.de/sportarchiv/detail.php?verein=KETV; Homepage des Vereins https://ketv.de/ (Zugriff am 9. Januar 2025).