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De:Lexikon:ereig-0155: Unterschied zwischen den Versionen

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Frank hatte deshalb seit 1933 Kontakte zu anderen Hitlergegnern geknüpft bzw. aufrechterhalten. Zum inneren Kreis der Gruppe Frank zählten die beiden ehemaligen Stadtverordneten des Zentrums <lex id="bio-1165">Franz Sprauer</lex> und <lex id="bio-1164">Karl Ramstein</lex>, der Amtsgerichtsrat <lex id="bio-0050">Siegfried Kühn</lex> und der Bankangestellte <lex id="bio-1163">Alfred Ibach</lex>. Dazu kamen sieben Männer zumeist in staatlichen Stellungen wie der Lehrer <lex id="bio-1559">Friedrich Werber</lex> oder der ehemalige Parteisekretär des Zentrums für Mittelbaden <lex id="bio-0031">Wilhelm Baur</lex>.
Frank hatte deshalb seit 1933 Kontakte zu anderen Hitlergegnern geknüpft bzw. aufrechterhalten. Zum inneren Kreis der Gruppe Frank zählten die beiden ehemaligen Stadtverordneten des Zentrums <lex id="bio-1165">Franz Sprauer</lex> und <lex id="bio-1164">Karl Ramstein</lex>, der Amtsgerichtsrat <lex id="bio-0050">Siegfried Kühn</lex> und der Bankangestellte <lex id="bio-1163">Alfred Ibach</lex>. Dazu kamen sieben Männer zumeist in staatlichen Stellungen wie der Lehrer <lex id="bio-1559">Friedrich Werber</lex> oder der ehemalige Parteisekretär des Zentrums für Mittelbaden <lex id="bio-0031">Wilhelm Baur</lex>.


Der vormalige württembergische Zentrumspolitiker und Staatspräsident Eugen Bolz und der christliche Gewerkschaftsführer Jakob Kaiser stellten schließlich im Februar 1943 die Verbindung zu Carl Goerdeler und damit zum Kern der politischen Opposition her. In den Plänen Goerdelers für die Machtübernahme nach einem gelungenen Attentat auf Hitler nahm Frank zunächst die Stellung des politischen Beauftragten für Baden ein, wurde nach Festlegung einer gemeinsamen Verwaltung von Baden und Württemberg aber zum Unterbeauftragten für Baden. Am Tag des Attentats auf Hitler, dem 20. Juli 1944, hatte Frank in Berlin vor dem Volksgerichtshof eine elsässische Widerstandskämpferin verteidigt. Auf der Rückfahrt erfuhr er von dem Fehlschlag und wähnte sich dennoch sicher vor einer Entdeckung seiner Verbindungen zu den Attentätern. Dies war jedoch ein Trugschluss, denn die Gestapo fand in Berlin eine Liste mit den Namen der politischen Beauftragten. Noch in der Nacht zum 21. Juli wurde Frank in seiner Wohnung in der Maxaustraße (heute Ludwig-Marum-Straße) verhaftet und am 23. Januar 1945 hingerichtet.
Der vormalige württembergische Zentrumspolitiker und Staatspräsident Eugen Bolz und der christliche Gewerkschaftsführer Jakob Kaiser stellten schließlich im Februar 1943 die Verbindung zu Carl Goerdeler und damit zum Kern der politischen Opposition her. In den Plänen Goerdelers für die Machtübernahme nach einem gelungenen Attentat auf Hitler nahm Frank zunächst die Stellung des politischen Beauftragten für Baden ein, wurde nach Festlegung einer gemeinsamen Verwaltung von Baden und Württemberg aber zum Unterbeauftragten für Baden. Am Tag des Attentats auf Hitler, dem 20. Juli 1944, hatte Frank in Berlin vor dem Volksgerichtshof eine elsässische Widerstandskämpferin verteidigt. Auf der Rückfahrt erfuhr er von dem Fehlschlag und wähnte sich dennoch sicher vor einer Entdeckung seiner Verbindungen zu den Attentätern. Dies war jedoch ein Trugschluss, denn die Gestapo fand in Berlin eine Liste mit den Namen der politischen Beauftragten. Noch in der Nacht zum 21. Juli wurde Frank in seiner Wohnung in der Maxaustraße (heute Ludwig-Marum-Straße) verhaftet und am 23. Januar 1945 hingerichtet. <br/ ><br/ >


Trotz des für sich gesehen beeindruckenden Mutes und der Tapferkeit der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen blieb dieser selbstlose Einsatz von wenigen und ihrem Kampf der Erfolg versagt. Die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen hatte sich für den NS-Staat entschieden oder sich darin eingerichtet. Der Widerstand war ein “Widerstand ohne Volk”. Seine Mitglieder standen außerhalb der Gemeinschaft und wurden in ihrem Tun wegen der drohenden Verhaftungen einsam. 65 von ihnen wurden Opfer nationalsozialistischer Gewalt circa 700 verbüßten teilweise lange von der NS-Unrechtsjustiz verhängte Haftstrafen in Gefängnissen, Zuchthäusern oder in KZs. Den Sturz der NS-Herrschaft besorgten schließlich nicht sie, sondern die Alliierten mit dem Sieg an den Fronten.
Trotz des für sich gesehen beeindruckenden Mutes und der Tapferkeit der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen blieb dieser selbstlose Einsatz von wenigen und ihrem Kampf der Erfolg versagt. Die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen hatte sich für den NS-Staat entschieden oder sich darin eingerichtet. Der Widerstand war ein “Widerstand ohne Volk”. Seine Mitglieder standen außerhalb der Gemeinschaft und wurden in ihrem Tun wegen der drohenden Verhaftungen einsam. 65 von ihnen wurden Opfer nationalsozialistischer Gewalt circa 700 verbüßten teilweise lange von der NS-Unrechtsjustiz verhängte Haftstrafen in Gefängnissen, Zuchthäusern oder in KZs. Den Sturz der NS-Herrschaft besorgten schließlich nicht sie, sondern die Alliierten mit dem Sieg an den Fronten.

Version vom 17. September 2024, 20:48 Uhr


Widerstand 1933 bis 1945

Ludwig Marum, 1928, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1299.
Ludwig Marum, 1928, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1299.
Friedrich Weick, um 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 197/30.
Friedrich Weick, um 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 197/30.
Gedenkstein Reinhold Frank, errichtet zum 100. Geburtstag, 1996, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVb 882.
Gedenkstein Reinhold Frank, errichtet zum 100. Geburtstag, 1996, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVb 882.

Der Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime kam zunächst nur von den Arbeiterparteien und den Gewerkschaften, die schon vor 1933 in entschiedener Gegnerschaft zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gestanden hatten, wobei die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wie die NSDAP die Weimarer Demokratie entschieden bekämpfte. Nach der Übergabe der Macht an die NSDAP durch nationalkonservative Politiker fand dieser Kampf unter Gefahr für Leib und Leben eine Fortsetzung. Männer und Frauen aus der Arbeiterbewegung waren die ersten, die nach der Machtergreifung zu spüren bekamen, wie die Nationalsozialisten mit ihren Gegnern umzuspringen gedachten. Die Welle der Verhaftungen - "Schutzhaftmaßnahmen" genannt -, traf im März 1933 vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Als dann auch noch die Parteizeitungen verboten und die Parteibüros geschlossen wurden, waren die Arbeiterparteien praktisch schon im März, ein Vierteljahr vor ihrem offiziellen Verbot und früher als in anderen Ländern, aktionsunfähig. Für die Gewerkschaften kam reichsweit einen Tag nach dem von den Nazis usurpierten Arbeiterfeiertag des 1. Mai das Verbot und die Auflösung.

In Schutzhaft kamen führende Funktionäre und besonders aktive Mitglieder zumeist für ein bis vier Wochen ins Gefängnis in der Riefstahlstraße. Betroffen waren alle Reichs- und Landtagsabgeordneten, darunter der Fraktionsvorsitzende der KPD im Landtag Robert Klausmann, von der SPD Kunigunde Fischer, Ludwig Marum, Leopold Rückert, aus dem Gemeinderat von der SPD Gustav Heller, Eugen Rothweiler, Friedrich Töpper, Eduard Kahn, von der KPD Gustav Kappler, weiter der Leiter der KPD-Ortsgruppe Karlsruhe Clemens van Uehm und vom Vorstand der SPD-Ortsgruppe Oskar Trinks und Franz Karl Roßbach. Verhaftet wurden alle Gewerkschaftsvorsitzenden bis auf den bereits geflüchteten Gustav Schulenburg. Sieben führende Sozialdemokraten stellten die Nazis in entwürdigender Weise in einer öffentlichen Schaufahrt in das KZ Kislau unter dem Gejohle eines Teils der Karlsruher Bevölkerung zur Schau. Das bürgerliche Lager blieb von Verhaftungen weitgehend verschont. Mit dem Staatspräsidenten Josef Schmitt, dem Landtagsabgeordneten Anton Hilbert und dem ehemaligen Reichsfinanzminister Heinrich Köhler kamen aber auch Angehörige der Zentrumspartei kurzzeitig in Schutzhaft.

KPD

Trotz der Versuche der Nationalsozialisten, die Organisationen der Arbeiterbewegung zu zerschlagen, kam der entschiedenste Widerstand gegen das neue Regime schon 1933 von Kommunisten und Sozialdemokraten. Die nicht verhafteten Funktionäre der KPD und die nachgerückten Kader bauten noch im März 1933 eine illegale Parteiorganisation auf. In Straßburg leitete der aus dem Konzentrationslager Kislau geflohene Robert Klausmann eine Grenzstelle, die Südwestdeutschland betreute. Von dort wurden auch nach Karlsruhe Druckschriften geschafft. Es lag nahe, dass dies Parteimitglieder aus Daxlanden erledigten. In dem bei der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) "als Kommunistennest bekannten Vorort Daxlanden" hatte die KPD tatsächlich Wahlergebnisse vorzuweisen, die 1930 mit etwa 16 % doppelt so hoch lagen wie das Karlsruher Gesamtergebnis. Einer der "Grenzgänger" war der damals 27-jährige Metallarbeiter August Dosenbach, der von der Gestapo zwischen Knielingen und Maxau in der Nähe des Bahnwärterhäuschens "auf der Flucht erschossen" wurde, wie es in einer Pressemeldung hieß.

Dennoch wurden weiterhin Handzettel und Flugschriften verteilt, darüber hinaus wurde eine eigene Zeitung hergestellt und verbreitet. Von März bis November 1933 und nach Verhaftungen noch einmal 1934 wurde aus dem Untergrund die "Trotz Alledem Rote Fahne" herausgebracht. Obwohl es der Gestapo immer wieder gelang, den illegalen Apparat der Karlsruher KPD durch Verhaftungen zu zerschlagen, existierte bis 1936 eine Organisationsstruktur. Erst nach den Verhaftungen von 15 KPD-Mitgliedern im April 1936 war die Kraft für einen Neuaufbau erschöpft, die Gestapo verzeichnete nur noch geringe Aktivitäten.

SPD

Von den demokratischen Parteien der Weimarer Republik hatte sich die SPD am entschiedensten gegen den Aufstieg der NSDAP gewehrt, sie war die tragende Partei des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und vor allem der Eisernen Front. Im Gegensatz zur KPD verzichtete die SPD auf den Aufbau einer formellen illegalen Massenorganisation mit Zellen und Leitungen. Stattdessen verließen sich die Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen auf die engen traditionellen Bindungen unter ihren Mitgliedern. Diese fanden sich in nachbarschaftlichen Diskussionskreisen sowie Lese- oder Rundfunkzirkeln, und sie nutzten alte Kontaktmöglichkeiten in Vereinen oder Konsumgenossenschaften. Die SPD besaß aber wie die KPD ein Verteilernetz für die Beschaffung und den Vertrieb ihrer illegalen Druckschriften. Geradezu als "Seele des Druckschriftenschmuggels" sah die Gestapo Friedrich Weick an. Als am 25. November 1933 ein Bote Weicks an der Grenze geschnappt wurde, flog das ganze Netz auf.

An die Stelle der von Friedrich Weick organisierten Gruppe traten 1934/35 Hermann Walter, Karl Konz, Hellmuth Stutz, Emil Kern und dessen Sohn Eugen. Das Ende dieser Gruppe Walter kam mit der Verhaftung von Stutz, Walter und Konz im Juli 1935. Damit war der organisierte sozialdemokratische Widerstand in Karlsruhe beendet.

Religiös motivierter Widerstand der Zeugen Jehovas

Einen konsequenten Widerstand aus religiösen Gründen leisteten auch in Karlsruhe, seit der Machtübertragung unter beträchtlichen Opfern, die Zeugen Jehovas, die aufgrund ihrer Bibelauslegung jeder weltlichen Autorität die Gefolgschaft verweigerten. Damit widersetzten sie sich aber den Forderungen der Nationalsozialisten nach Unterwerfung aller gesellschaftlichen Bereiche und Gruppen. So leisteten aus der Sicht der Nationalsozialisten die Zeugen Jehovas politischen Widerstand. Sie verweigerten den Hitlergruß, die Teilnahme an Wahlen und, was ihnen nach 1936 besonders harte Strafen einbrachte, den Wehrdienst. Die Organisation der Ernsten Bibelforscher, wie sie damals hießen, wurde in Baden 1933 erstmals verboten. Nach einer vorübergehenden Lockerung kam es 1935 endgültig zum Verbot der Glaubensgemeinschaft.

Die Zeugen Jehovas hatten in Karlsruhe 1933 etwa 60 Mitglieder, die im Prinz-Max-Palais zusammenkamen. Ihr Vorsitzender - "Ortsdiener" genannt - war Adolf Mühlhäuser. Er führte 1934 die Mitglieder in die Illegalität, das heißt sie trafen sich nur noch in kleinen Gruppen von drei bis fünf Personen. Hier lasen sie die Bibel und die bereits verbotene Zeitschrift “Wachtturm”. Die Zeugen Jehovas verbreiteten meist im Schutz der Dunkelheit und manchmal an reichsweit einheitlichen Terminen große Mengen von Broschüren und selbstgefertigten Flugblättern. Darin drohten sie unter anderem Hitler, der ein "Sprößling Satans" sei, die baldige Zerstörung seiner Herrschaft durch “Jehova Gott” an.

Weit über die Hälfte der Karlsruher Zeugen Jehovas wurde zwischen 1934 und 1939 vor dem Sondergericht Mannheim zum Teil mehrfach angeklagt und verurteilt. Der bereits 1936 erstmals verhaftete Dachdecker Julius Engelhard wurde nach seiner erneuten Verhaftung 1943 am 14. August in Berlin hingerichtet. Fünf weitere kamen im Konzentrationslager ums Leben.

Bürgerlicher Widerstand

Ein auch nur annähernd als Widerstand zu bezeichnendes Verhalten der bürgerlichen Parteien blieb nach der Machtübertragung an die NSDAP ebenso wie das der evangelischen und der katholischen Kirche aus, sieht man vom widerständigen Verhalten einzelner Geistlicher wie Heinz Kappes, Hanns Löw, Ferdinand Maurath oder Richard Dold ab. Auch in Karlsruhe gab es Gesprächskreise von Politikern, die sich unter mehr oder weniger steter Beobachtung durch die Gestapo in eine unauffällige berufliche Existenz zurückgezogen hatten. Ein weit über diese Haltung hinausweisendes Beispiel dieses bürgerlichen Widerstandes geben die Aktivitäten des Kreises um den Karlsruher Rechtsanwalt Reinhold Frank, der anfangs noch auf eine Existenz des Zentrums neben der NSDAP gehofft hatte und deshalb der NSDAP-Fraktion als Hospitant beigetreten war. Iin der Praxis lernte er schnell, wie wenig die Nazis an parlamentarischer Demokratie interessiert waren.

Frank hatte deshalb seit 1933 Kontakte zu anderen Hitlergegnern geknüpft bzw. aufrechterhalten. Zum inneren Kreis der Gruppe Frank zählten die beiden ehemaligen Stadtverordneten des Zentrums Franz Sprauer und Karl Ramstein, der Amtsgerichtsrat Siegfried Kühn und der Bankangestellte Alfred Ibach. Dazu kamen sieben Männer zumeist in staatlichen Stellungen wie der Lehrer Friedrich Werber oder der ehemalige Parteisekretär des Zentrums für Mittelbaden Wilhelm Baur.

Der vormalige württembergische Zentrumspolitiker und Staatspräsident Eugen Bolz und der christliche Gewerkschaftsführer Jakob Kaiser stellten schließlich im Februar 1943 die Verbindung zu Carl Goerdeler und damit zum Kern der politischen Opposition her. In den Plänen Goerdelers für die Machtübernahme nach einem gelungenen Attentat auf Hitler nahm Frank zunächst die Stellung des politischen Beauftragten für Baden ein, wurde nach Festlegung einer gemeinsamen Verwaltung von Baden und Württemberg aber zum Unterbeauftragten für Baden. Am Tag des Attentats auf Hitler, dem 20. Juli 1944, hatte Frank in Berlin vor dem Volksgerichtshof eine elsässische Widerstandskämpferin verteidigt. Auf der Rückfahrt erfuhr er von dem Fehlschlag und wähnte sich dennoch sicher vor einer Entdeckung seiner Verbindungen zu den Attentätern. Dies war jedoch ein Trugschluss, denn die Gestapo fand in Berlin eine Liste mit den Namen der politischen Beauftragten. Noch in der Nacht zum 21. Juli wurde Frank in seiner Wohnung in der Maxaustraße (heute Ludwig-Marum-Straße) verhaftet und am 23. Januar 1945 hingerichtet.

Trotz des für sich gesehen beeindruckenden Mutes und der Tapferkeit der Widerstandskämpfer und -kämpferinnen blieb dieser selbstlose Einsatz von wenigen und ihrem Kampf der Erfolg versagt. Die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen hatte sich für den NS-Staat entschieden oder sich darin eingerichtet. Der Widerstand war ein “Widerstand ohne Volk”. Seine Mitglieder standen außerhalb der Gemeinschaft und wurden in ihrem Tun wegen der drohenden Verhaftungen einsam. 65 von ihnen wurden Opfer nationalsozialistischer Gewalt circa 700 verbüßten teilweise lange von der NS-Unrechtsjustiz verhängte Haftstrafen in Gefängnissen, Zuchthäusern oder in KZs. Den Sturz der NS-Herrschaft besorgten schließlich nicht sie, sondern die Alliierten mit dem Sieg an den Fronten.

Manfred Koch 2024

Literatur

Manfred Koch: Widerstand und Verfolgung, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 505, Buch zum Download (PDF) (Zugriff am 20. August 2024).