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De:Lexikon:ins-0820: Unterschied zwischen den Versionen

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Um den Interessentenkreis des Kunstvereins zu vergrößern, wurde er 1821 um eine Abteilung für Industrieerzeugnisse erweitert und in Kunst- und Industrieverein im Großherzogtum Baden umbenannt. Bis 1832 fanden im zwei- oder dreijährigen Turnus Kunst- und Industrieausstellungen statt.
Um den Interessentenkreis des Kunstvereins zu vergrößern, wurde er 1821 um eine Abteilung für Industrieerzeugnisse erweitert und in Kunst- und Industrieverein im Großherzogtum Baden umbenannt. Bis 1832 fanden im zwei- oder dreijährigen Turnus Kunst- und Industrieausstellungen statt.


1832 kam es zu einer Neuausrichtung des Vereins: Frommel, inzwischen <lex id="ins-0836">Galeriedirektor</lex>, wurde in diesem Jahr zum neuen Vereinspräsidenten gewählt und Großherzog <lex id="bio-0569">Leopold</lex>, der seit 1830 das Protektorat innehatte, stellte dem Verein nicht nur ein "Local" in der Bildergalerie zur Verfügung, sondern unterstützte auch die zukünftige Vereinsarbeit mit einem jährlichen Zuschuss von 1.000 Gulden. Damit konnte sich der Verein, der seit 1832 Kunstverein für das Großherzogtum Baden hieß, wieder ausschließlich auf die bildende Kunst fokussieren. Seit 1832 wurden auch Jahresgaben an die Vereinsmitglieder ausgegeben. Dabei handelte es sich um Reproduktionsgrafiken nach Gemälden bekannter Künstler wie <lex id="bio-0493">Franz Xaver Winterhalter</lex>, <lex id="bio-0403">Marie Ellenrieder</lex>, <lex id="bio-0397">Feodor Dietz</lex>, Raffael oder <lex id="bio-0353">Julius Schnorr von Carolsfeld</lex>, mit denen künstlerische Bildung in den privaten Raum transportiert werden sollte.
1832 kam es zu einer Neuausrichtung des Vereins: Frommel, inzwischen <lex id="ins-0836">Galeriedirektor</lex>, wurde in diesem Jahr zum neuen Vereinspräsidenten gewählt und Großherzog <lex id="bio-0569">Leopold</lex>, der seit 1830 das Protektorat innehatte, stellte dem Verein nicht nur ein "Local" in der Bildergalerie zur Verfügung, sondern unterstützte auch die zukünftige Vereinsarbeit mit einem jährlichen Zuschuss von 1.000 Gulden. Damit konnte sich der Verein, der seit 1832 Kunstverein für das Großherzogtum Baden hieß, wieder ausschließlich auf die bildende Kunst fokussieren. Seit 1832 wurden auch Jahresgaben an die Vereinsmitglieder ausgegeben. Dabei handelte es sich um Reproduktionsgrafiken nach Gemälden bekannter Künstler wie <lex id="bio-0493">Franz Xaver Winterhalter</lex>, <lex id="bio-0403">Marie Ellenrieder</lex>, <lex id="bio-0397">Feodor Dietz</lex>, Raffael oder Julius Schnorr von Carolsfeld, mit denen künstlerische Bildung in den privaten Raum transportiert werden sollte.


Da die Durchführung von eigenen Ausstellungen mit hohen Kosten und großen Mühen verbunden war, schlossen sich die oberrheinischen Kunstvereine Karlsruhe, Mainz, Darmstadt, Mannheim und Straßburg 1836 zum Rheinischen Kunstverein zusammen. Ab 1837 organisierten sie in regelmäßigen Abständen umfangreiche Verkaufsausstellungen, die dann durch die beteiligten Städte wanderten. 1888 trat der Kunstverein Karlsruhe aus dem Rheinischen Kunstverein aus.
Da die Durchführung von eigenen Ausstellungen mit hohen Kosten und großen Mühen verbunden war, schlossen sich die oberrheinischen Kunstvereine Karlsruhe, Mainz, Darmstadt, Mannheim und Straßburg 1836 zum Rheinischen Kunstverein zusammen. Ab 1837 organisierten sie in regelmäßigen Abständen umfangreiche Verkaufsausstellungen, die dann durch die beteiligten Städte wanderten. 1888 trat der Kunstverein Karlsruhe aus dem Rheinischen Kunstverein aus.

Version vom 12. Oktober 2026, 14:08 Uhr


Badischer Kunstverein

Zu Jahresbeginn 1818 erließen 48 Mitglieder der Karlsruher Museumsgesellschaft, darunter die Künstler Carl Kuntz, Christian Haldenwang und Carl Ludwig Frommel, Baumeister Friedrich Weinbrenner, Oberbürgermeister Christian Griesbach, Bankier August Klose, Buchdrucker Christian Friedrich Müller und der Schriftsteller und Pädagoge Johann Peter Hebel, einen Aufruf zur Gründung einer "Gesellschaft von Kunstfreunden". Die konstituierende Vereinssitzung fand am 8. Februar im Museum in der Langen Straße (heute Kaiserstraße 90) statt. Am 8. März lagen die Statuten vor, die als offizielles Gründungsdatum den 1. Mai 1818 nennen. Damit ist der Kunstverein Karlsruhe nach dem Kunstverein Nürnberg (Gründungsjahr 1792) der zweitälteste Kunstverein in Deutschland.

Großherzogin Stephanie übernahm das Protektorat des Vereins, der im Oktober 1818 78 Mitglieder zählte. Bis zum Jahresende 1820 sind lediglich eine Ausstellung von "vaterländischen Kunstwerken" sowie zwei Versteigerungen von grafischen Arbeiten unter den Mitgliedern bekannt.

Um den Interessentenkreis des Kunstvereins zu vergrößern, wurde er 1821 um eine Abteilung für Industrieerzeugnisse erweitert und in Kunst- und Industrieverein im Großherzogtum Baden umbenannt. Bis 1832 fanden im zwei- oder dreijährigen Turnus Kunst- und Industrieausstellungen statt.

1832 kam es zu einer Neuausrichtung des Vereins: Frommel, inzwischen Galeriedirektor, wurde in diesem Jahr zum neuen Vereinspräsidenten gewählt und Großherzog Leopold, der seit 1830 das Protektorat innehatte, stellte dem Verein nicht nur ein "Local" in der Bildergalerie zur Verfügung, sondern unterstützte auch die zukünftige Vereinsarbeit mit einem jährlichen Zuschuss von 1.000 Gulden. Damit konnte sich der Verein, der seit 1832 Kunstverein für das Großherzogtum Baden hieß, wieder ausschließlich auf die bildende Kunst fokussieren. Seit 1832 wurden auch Jahresgaben an die Vereinsmitglieder ausgegeben. Dabei handelte es sich um Reproduktionsgrafiken nach Gemälden bekannter Künstler wie Franz Xaver Winterhalter, Marie Ellenrieder, Feodor Dietz, Raffael oder Julius Schnorr von Carolsfeld, mit denen künstlerische Bildung in den privaten Raum transportiert werden sollte.

Da die Durchführung von eigenen Ausstellungen mit hohen Kosten und großen Mühen verbunden war, schlossen sich die oberrheinischen Kunstvereine Karlsruhe, Mainz, Darmstadt, Mannheim und Straßburg 1836 zum Rheinischen Kunstverein zusammen. Ab 1837 organisierten sie in regelmäßigen Abständen umfangreiche Verkaufsausstellungen, die dann durch die beteiligten Städte wanderten. 1888 trat der Kunstverein Karlsruhe aus dem Rheinischen Kunstverein aus.

1841 erreichte der Kunstverein mit 1.101 Mitgliedern seinen vorerst höchsten Mitgliederstand. Die wirtschaftliche und politische Instabilität der nächsten drei Jahrzehnte ließ die Mitgliederzahl bis zur Reichsgründung 1871 auf 450 Personen sinken. Auf den Vereinspräsidenten Frommel waren 1845 Ludwig Kachel, 1867 Ludwig Des Coudres und 1869 Feodor Dietz gefolgt. Seit 1871, beginnend mit August Freiherr Marschall von Bieberstein, standen nur noch Nichtkünstler an der Vereinsspitze.

Die Ausstellungen, die der Karlsruher Kunstverein allein und ab 1862 zusammen mit dem in diesem Jahr gegründeten Kunstverein Baden-Baden durchführte, zeigten entweder einzelne Monumentalwerke oder zahlreiche kleinformatige Kunstwerke, insbesondere von Karlsruher und badischen Künstlern. Die Exponate wurden ab 1863 im Porphyrsäulensaal des Botanischen Gartens, ab 1868 in Räumen der Kunsthalle und ab 1882 in einem eigenen Ausstellungspavillon, den der Verein auf seine Kosten in der nordöstlichen Ecke des Kunsthallengeländes errichtet hatte, präsentiert. Bereits 1895/96 musste der einstöckige Pavillon dem neuen Ostflügel der Kunsthalle weichen. 1898 sicherte die Großherzogliche Generalintendanz dem Verein vertraglich zu, einen Neubau zu errichten, der vom Kunstverein genutzt und unterhalten werden sollte. Unter den Architekten, die Mitglied des Kunstvereins waren, wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro Robert Curjel & Karl Moser gewann. Der vom Jugendstil geprägte Gebäudekomplex, in dem auch Mietwohnungen vorgesehen waren, entsprach jedoch nicht den Vorstellungen von Großherzog Friedrich I., dem wichtigsten Förderer des Neubauprojekts. Deswegen kam der neobarocke Entwurf des zweiten Preisträgers Friedrich Ratzel zur Ausführung.

Am 10. November 1900 wurde das Gebäude in der Waldstraße 3 in Anwesenheit von Großherzog Friedrich I. und Großherzogin Luise feierlich eröffnet. Der Neubau mit dem großzügigen Raumprogramm wirkte auf die Vereinstätigkeit beflügelnd. Seit 1904 wurden als Jahresgaben Originalgrafiken von Karlsruher Künstlern ausgegeben, die in der Kunstdruckerei Künstlerbund Karlsruhe hergestellt wurden. Beim Ausstellungsprogramm ging man noch einen Schritt weiter. Neben Werkschauen hiesiger Akademielehrer wie Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Ferdinand Keller, Paul von Ravenstein und Gustav Schönleber zeigte man auch Ausstellungen der europäischen Avantgarde, beispielsweise 1906 die Nabis, den Künstlerkreis um Matisse sowie van Gogh, Gauguin und Bernard, 1910 die Neue Künstlervereinigung München, 1920 die Künstlergruppe Rih und 1927 eine grafische Kollektion von Käthe-Kollwitz.

Im Januar 1919 erhielt der Badische Kunstverein einen hauptamtlichen Geschäftsführer, der auch für die Vermittlung von Verkäufen der ausgestellten Exponate zuständig war. Kurzzeitig stieg der Umsatz an, aber die Inflation bis 1923 und die Weltwirtschaftskrise 1929 führten den Verein in finanzielle Schwierigkeiten. Nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten Ende Januar 1933 wurde der Badische Kunstverein gleichgeschaltet und das Programm den Kunstvorstellungen der neuen Machthaber angepasst. Ab 1935 unterstand er direkt der Reichskammer der bildenden Künste. Im Herbst 1939 musste kriegsbedingt der Ausstellungsbetrieb vorübergehend eingestellt werden. Im Sommer 1944 wurde dann der Kunstverein bis Kriegsende im Frühjahr 1945 und darüber hinaus geschlossen.

Am 3. November 1945 nahm der Badische Kunstverein unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Hermann Veit seine Tätigkeit wieder auf. Nach zwölf Jahren Kunstdiktatur wurde nun Stilvielfalt in der Karlsruher, badischen und europäischen Kunst propagiert. Ausstellungen von Karlsruher Künstlern wie Franz Dewald, Karl Hubbuch, Fritz Klemm, Uwe Lindau, Erwin Spuler wechselten in den 1950er- bis 1970er-Jahren mit Schauen zu Max Beckmann, Otto Dix, Oskar Kokoschka, Bruce Naumann, Pablo Picasso, Kasimir Malewitsch und den internationalen Surrealisten ab. Bis heute pflegt der Badische Kunstverein, der rund 1.200 Mitglieder zählt, nicht nur das Nebeneinander von lokaler und internationaler Kunst, sondern er gibt noch immer Jahresgaben an seine Mitglieder aus.

Katja Förster 2026

Quellen

GLA 69/Badischer Kunstverein; Karlsruhe Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828, vor allem Bekanntmachungen in der Karlsruher Zeitung ab 17. April 1818, siehe auch StadtAK 8/Ze 17 (Zugriff am 21. September 2026).

Literatur

Carsten Bernhard Sternberg: Die Geschichte des Karlsruher Kunstvereins, [Diss. Univ. Karlsruhe, 1976], Karlsruhe 1977; Badischer Kunstverein (Hrsg.): 1818-1968. Festschrift zum 150jährigen Jubiläum des Badischen Kunstvereins Karlsruhe, Karlsruhe 1968, Badischer Kunstverein, https://www.badischer-kunstverein.de (Zugriff am 21. September 2026).